04.02.2004 · Der Autobauer Daimler-Chrysler hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Unter dem Strich blieben dem deutsch-amerikanischen Konzern 448 Millionen Euro.
Der Autohersteller hat im vergangenen Jahr sein selbst gestecktes Ergebnisziel mit einem Betriebsergebnis (Operating Profit) von mehr als 5 Milliarden Euro erreicht, und das "in einem sehr schwierigen Marktumfeld", wie in einer knappen Mitteilung über die vorläufigen Kennzahlen betont wird. Der Umsatz des Autoherstellers lag mit 136,4 Milliarden Euro um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkursveränderungen wäre der Umsatz aber um 3 Prozent gestiegen, heißt es bei Daimler-Chrysler.
An dem Erfolg werden die 143.000 Mitarbeiter von Daimler-Chrysler in Deutschland mit einer Ausschüttung von 1375 Euro beteiligt, das sind 175 Euro mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten, was einer Ausschüttungssumme von 1,519 Milliarden Euro entspricht. Die Börse reagierte zunächst positiv auf die am späten Nachmittag verbreiteten Nachrichten.
Gewinn unter den Erwartungen der Analysten
Der Operating Profit sollte im Jahr 2003 nach der Maßgabe von Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp mindestens 5 Milliarden Euro erreichen. Tatsächlich wird nun ein operatives Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro ausgewiesen. Zwei große Sondereffekte prägen diesen Wert: negativ wirken Restrukturierungsaufwendungen von 469 Millionen Euro für die Chrysler-Sparte, die unter anderem für den Verkauf und die Schließung von Teile-Werken in Nordamerika sowie für zusätzlichem Stellenabbau notwendig wurden. Positiv wirkt sich dagegen ein Sonderertrag von einer Milliarde Euro aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs MTU Aero Engines aus. Der Operating Profit aus dem laufenden Geschäft liegt somit bei 5,1 Milliarden Euro.
Unterm Strich verbleibt dem Konzern aber ein deutlich geringerer Gewinn. Das Konzernergebnis lag bei 0,4 Milliarden Euro, nach 4,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,44 Euro, im Vorjahr wurden 4,68 Euro je Aktie verdient. Damit liegt der Gewinn deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Maßgeblich für den Rückgang des Konzernergebnisses seien neben dem schlechtern operativen Ergebnis auch Sondereffekte, wird bei Daimler-Chrysler betont. Unter anderem schlägt die Abwertung der Beteiligung an dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS in Höhe von 2 Milliarden Euro zu Buche. Diese Abwertung sei nach den Regeln der amerikanischen Börsenaufsicht zum Ende des dritten Quartals notwendig geworden. Da der Kurs der EADS-Aktie danach aber wieder kräftig gestiegen sei, liege der Börsenwert der Beteiligung zum Jahresende bereits wieder um etwa 1,4 Milliarden Euro über dem reduzierten Buchwert.
Chrysler-Chef Zetsche optimistisch
Details zu den Ergebnissen einzelner Sparten behält sich Daimler-Chrysler für die Bilanzpressekonferenz am 19. Februar vor. Insofern bleibt unklar, ob Chrysler im zurückliegenden Jahr sein Ziel erreicht hat, einen positiven Gewinnbeitrag zu erwirtschaften. Nach neun Monaten hatte das Chrysler-Ergebnis aber noch mit 649 Millionen Euro im Minus gewesen. Für dieses Jahr zeigte sich Chrysler-Chef Dieter Zetsche aber optimistisch. Dank der neun neuen Modelle werde Chrysler den Durchbruch schaffen, den Absatz steigern und Marktanteile gewinnen, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die neuen Produkte sollen zugleich eine Kostenentlastung bringen, heißt es weiter, Chrysler höher im Markt positionieren und so dafür sorgen, daß das Unternehmen dem profitschädigenden Rabattkrieg auf dem Automobilmarkt entkommt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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