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Automesse China schwebt über der IAA

16.09.2005 ·  Obwohl nur drei chinesische Hersteller auf der Internationalen Automobilausstellung vertreten sind, gehören sie zu den beherrschenden Messethemen.

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Zwar sind nur drei chinesische Autohersteller und 14 Zulieferer auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vertreten, dennoch ist das Reich der Mitte eines der Themen der Messe.

Vielleicht werde diese IAA einmal als jene in die Geschichte eingehen, die den Startpunkt der chinesischen Hersteller als Automobilexporteure markiert, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, auf einer Diskussionsveranstaltung auf der IAA mit dem Titel "China: Chance oder Bedrohung für den Standort Deutschland?"

Jetzt schon Überkapazitäten

Die Antwort auf diese Frage gab Jürgen Behrend, geschäftsführender Gesellschafter der Hella Hueck KGaA, die schon seit Jahren in China aktiv ist: Es sei eine Chance für alle Hersteller und Zulieferer, die vor Ort tätig sind, aber sicher auch eine Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Nachdem man in den vergangenen zehn Jahren als Unternehmer in China nahezu im Paradies gelebt habe, sei nun ein sehr harter Verdrängungswettbewerb entstanden, den nur sehr wenige überleben werden.

Es gebe jetzt schon Überkapazitäten auf der Fahrzeugseite. Der Zwang zum Exportieren sei groß, so Behrend. Produzieren lasse sich in China aufgrund der niedrigen Löhne trotz Transport und Zoll ungefähr zu einem Kostenniveau wie in Osteuropa. Auf der von der IKB Deutschen Industriebank und dem VDA organisierten Veranstaltung wurde deutlich, daß man die chinesischen Autohersteller auf keinen Fall unterschätzen darf.

Von praktisch Null zur Auto- und Exportnation

Die Wirtschaftszahlen sprechen für sich: Die Exporte (nur Autos und Autoteile) aus China wuchsen im ersten Quartal 2005 im Vergleich mit den ersten drei Monaten 2004 um 41,2 Prozent auf umgerechnet 2,1 Milliarden Dollar. Gleichzeitig wurden für fast den gleichen Wert "automobile" Waren importiert, das ist jedoch ein Rückgang von 44,4 Prozent.

Zur Zeit bewegt sich die chinesische Automobilindustrie im gleichen Tempo wie einst die Japaner, als diese 1960 begannen, sich von praktisch Null zur Auto- und Exportnation hochzuschwingen: Nach zehn Jahren (1970) erreichte die japanische Automobilproduktion die Vier-Millionen-Grenze (China 2004), für 2009 wird sie auf 8 Millionen Einheiten geschätzt. Diesen Wert erreichte Japan im Jahr 1976. Allerdings stagniert der Heimatmarkt zur Zeit, nach exponentiellem Wachstum seit dem Jahr 2000. Der Markt für 2005 wird rund 2,5 Millionen Neuwagen umfassen.

Quelle: fbs., F.A.Z., 17.09.2005, Nr. 217 / Seite 20
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Von Susanne Preuß

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