09.12.2009 · Kommt jetzt die nächste deutsche Auto Welt AG? Der Griff von Volkswagen nach Suzuki ist zum Glück keine Hochzeit im Himmel. Auch sind die Partner nicht von einer Vision befallen.
Von Holger SteltznerKommt jetzt die nächste deutsche Auto Welt AG? Der Griff von Volkswagen nach Suzuki ist zum Glück keine Hochzeit im Himmel. Auch sind die Partner nicht von einer Vision befallen wie ehedem die Teilnehmer am krachend gescheiterten Experiment Daimler-Chrysler. Vielmehr antworten VW und Suzuki mit einer überzeugenden Kooperation auf die Herausforderung, die der technisch und geographisch sich umwälzende Automarkt für alle Hersteller bringt.
Zwar bleiben die Absatzmärkte in Europa und Amerika bedeutsam, aber Wachstum kommt künftig vor allem aus Asien. Gleichzeitig steht hundert Jahre nach der Erfindung des Verbrennungsmotors – der Umwelt zuliebe – der Umstieg auf das Elektrofahrzeug bevor. Die Hersteller müssen sich auf eine neue Antriebstechnik und ganz neue Wettbewerber einstellen. Vielen mittelgroßen Autobauern wie Suzuki fehlt aber die Investitionskraft, um sich auf Dauer allein behaupten zu können.
Für Volkswagen bietet die Verbindung mit dem japanischen Hersteller von Kleinwagen die Chance, auf Zukunftsmärkten in Südostasien und vor allem in Indien einen großen Sprung nach vorn zu tun. Volkswagen, selbst gut in Europa, Südamerika und China vertreten, startet schon bald mit bemerkenswerten Modellen und einer Autofabrik eine Offensive in den Vereinigten Staaten. Künftig wird also die VW-Gruppe auf allen Märkten mit allen Produkten vertreten sein, vom kleinen Motorrad bis zum großen Lastwagen.
Das ehrgeizige Ziel, bis 2018 Toyota als größten Autohersteller abzulösen, rückt damit in greifbare Nähe. Aber Größe allein ist kein sinnvolles Ziel, wenn nicht auch rentabel gewirtschaftet und gut geführt wird. Kann ein so komplexes Unternehmen überhaupt noch gesteuert werden? Es besteht die Gefahr, dass sich auch in der VW Welt AG das Management überfordert. Bevor man sich verliert, sollte überdacht werden, ob man von Wolfsburg aus wirklich zwölf eigenständige Konzernmarken führen kann und muss.
Volkswagen finanziert den Einstieg bei Suzuki zum Teil mit eigenen Aktien, was die Liquidität schont, die durch die Übernahme von Porsche angespannt ist. Doch reicht die Kapitalkraft, um in herkömmliche Fahrzeugkonzepte und gleichzeitig in neue Antriebstechniken zu investieren? Davon wird abhängen, ob sich der Autokonzern auf Dauer an der Weltspitze halten kann.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.999,20 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3239 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 118,24 $ | +0,29% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |