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Autokrise Produktionskürzungen auch bei VW und Porsche

25.11.2008 ·  Bislang schien es, als würden Volkswagen und Porsche die Autokrise relativ gut meistern. Doch nun stellt sich heraus: Auch sie kommen nicht ungeschoren davon und werden künftig ihre Bänder zeitweise stillstehen lassen.

Von Susanne Preuß und Johannes Ritter
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Die schleppende Nachfrage nach Autos führt bei immer mehr Herstellern zu Produktionskürzungen: während bisher Volkswagen und Porsche die Krise verhältnismäßig gut zu meistern schienen, werden nun auch hier die Bänder zeitweise still stehen.

Der Sportwagenbauer Porsche, der am Mittwoch in Stuttgart seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2007/2008 vorlegen wird, registriert offenbar so massive Absatzeinbrüche, dass schon jetzt ein Absatzminus für das neue Geschäftsjahr vorhergesagt wird: „Porsche geht nicht mehr davon aus, den hohen Gesamtabsatz des Vorjahres von 98652 Fahrzeugen im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 (31. Juli) zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung, die Porsche im Anschluss an eine Vorstandssitzung verbreitete. Im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen hätten am vergangenen Freitag erstmals die Bänder still gestanden, weitere sieben Ausfalltage seien bis Ende Januar geplant. Die Arbeitszeitkonten der Porsche-Mitarbeiter seien wegen der hohen Auslastung in der Vergangenheit noch so gut gefüllt, dass keine Kurzarbeit notwendig sei.

Bei Volkswagen ist offenbar geplant, die Mitarbeiter im Wolfsburger Stammwerk über Weihnachten länger als ursprünglich geplant in Urlaub zu schicken. Eine formelle Entscheidung und die dafür erforderliche Zustimmung des Betriebsrats liegen zwar noch nicht vor. Aber nach Angaben eines Sprechers soll die Produktion vom 18. Dezember bis zum 11. Januar sowie am 5. Dezember unterbrochen werden. Bisher war lediglich von einigen Brückentagen zwischen den Jahren die Rede, an denen die Bänder stillstehen sollten.

Klares Signal

Der Sprecher begründete die geplanten Maßnahmen mit vorausschauender Lagerhaltung: Es sei ökonomisch sinnvoll, nicht zu viel auf Halde zu produzieren. In Wolfsburg baut VW den neuen Golf, den Golf Plus, den Touran und den kleinen Geländewagen Tiguan. Die Produktionskürzungen bei VW sind deutlich moderater als die anderer Autohersteller wie Opel, Daimler und BMW. Gleichwohl darf die verlängerte Zwangspause in Wolfsburg wohl als klares Signal interpretiert werden, dass auch der VW-Absatz inzwischen deutlich schleppender verläuft als ursprünglich geplant.

Trotzdem sind die Wolfsburger bisher nicht von der Planung abgerückt, Umsatz, Absatz und Ergebnis in diesem Jahr zu erhöhen. Dabei hatte Vorstandschef Martin Winterkorn seine Belegschaft im Angesicht von Finanzkrise und Konjunkturflaute schon im Oktober auf einen verschärften Sparkurs eingeschworen. „Wenn Kosten steigen und Erträge wegbrechen ist noch mehr Disziplin bei Investitionen und laufenden Kosten gefragt.“ Für die Zwangspause in Wolfsburg müssen die Mitarbeiter ihren Resturlaub einsetzen oder auf ihre Arbeitszeitkonten zurückgreifen. Audi will den Ausstoß ebenfalls verringern, hat den Umfang aber bislang nicht genannt.

BMW streicht mehr Stellen als bisher bekannt

Bei BMW wiederum werden mehr Stellen gestrichen als bisher bekannt. Zusätzlich zu den angekündigten 8100 festen Stellen seien im Werk Leipzig mehr als 400 Zeitarbeitsplätze weggefallen, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. BMW zufolge sind noch 200 bis 300 Leiharbeiter in dem ostdeutschen Werk beschäftigt. Ob sie blieben, hänge von der weiteren Auftragslage ab. „Da gibt es noch keine abschließenden Planungen.“

BMW hatte vor einem Jahr angekündigt, weltweit 8100 Stellen zu streichen. „Da war Leipzig ursprünglich außen vor“, sagte der Sprecher. Weil sich aber die Autokrise seit Sommer verschlimmert hat, wurde den Angaben zufolge auch das erst 2005 eröffnete Werk einbezogen. Seit Montag wird dort nur noch im Ein-Schicht-Betrieb gearbeitet, so dass statt 700 Autos nur noch 400 täglich produziert werden.

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