20.01.2009 · Fiat übernimmt 35 Prozent an Chrysler. Hier sucht ein schwer Kranker das Bündnis mit einem Sterbenden. Im Vertrieb soll Chrysler den Italienern als Sprungbrett nach Amerika dienen. Das wird nicht funktionieren.
Von Christoph RuhkampMit dem geplanten Einstieg bei Chrysler folgt Fiat-Chef Sergio Marchionne der von ihm selbst propagierten Logik: Nur sechs Autokonzerne, die jeweils mehr als 5 Millionen Autos im Jahr produzieren, werden die Krise überstehen.
Tatsächlich brächten es Fiat und Chrysler zusammen auf gut 5 Millionen und rückten so auf Platz sechs der Weltrangliste hinter Renault vor. Hier sucht jedoch ein schwer Kranker das Bündnis mit einem Sterbenden. Im Vertrieb soll Chrysler den Italienern als Sprungbrett nach Amerika dienen. Das wird nicht funktionieren; die Kunden, die große Chrysler-Autos kaufen, sind ganz andere.
Der absehbar zu geringe Absatz spricht auch gegen eine Fiat-Produktion in Amerika. Bleiben nur vage Größenvorteile im Einkauf als Argument für eine transatlantische Allianz, die im Falle von Daimler mit einem Desaster endete. Da Marchionne aber kein Anfänger ist, wird er den Einstieg gut durchdacht haben: Zu vermuten ist, dass er den Anteil sehr billig vom Finanzinvestor Cerberus erwirbt.
Für Chrysler ist Fiats Kleinwagen-Kompetenz der rettende Strohhalm. Marchionne aber muss aufpassen, dass Chryslers Milliardenschulden ihn nicht mit in die Tiefe reißen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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