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Autokrise Das Opel-Ärgernis

05.06.2009 ·  Von der sogenannten „Rettung“ des Autoherstellers Opel hätten die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten und die Bundesregierung besser die Finger gelassen. Angesichts der Fakten, die jetzt nach und nach bekannt werden, hätte man bei Opel besser sofort die Produktion eingestellt.

Von Carsten Knop
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Von der sogenannten „Rettung“ des Autoherstellers Opel hätten die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten und die Bundesregierung besser die Finger gelassen. Angesichts der Fakten, die jetzt nach und nach bekannt werden, hätte man bei Opel besser sofort die Produktion eingestellt. Das aber war nicht möglich, denn im Opel-Stammland Hessen hatte die CDU plakatiert, dass man „in Zeiten wie diesen“ um jeden Arbeitsplatz kämpfe, und sowohl Kanzlerin als auch Vizekanzler hatten sich vor der Opel-Belegschaft von ihrer patriarchalischen Seite gezeigt. Politisch, so heißt es nun, sei eine Schließung von Opel unvorstellbar gewesen.

Warum eigentlich glauben Politiker, dass in schweren Zeiten solche politischen - und keinesfalls betriebswirtschaftlich sinnvollen - Rettungen bei den Wählern besser ankommen als kaufmännischer Sachverstand, der den Alltag (fast) aller Arbeitnehmer regiert? So haben sie sich, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, von der amerikanischen Opel-Muttergesellschaft GM erpressen lassen. Die Berliner Unterhändler haben so getan, als könnten sie, nachdem sie ihre Rettungszusage schon abgegeben hatten, noch wirklich über das Schicksal von Opel bestimmen - und wurden eines Besseren belehrt. Ihre letzte Chance haben sie vertan, als sie die Verhandlungen über Staatshilfe nach dem Wunsch von GM, es möge bitte schnell eine Zwischenfinanzierung von 300 Millionen Euro auf die Beine gestellt werden, nicht sofort abgebrochen haben. Das wäre in jener denkwürdigen Nacht in der vergangenen Woche noch möglich gewesen.

Einen überflüssigen Wettbewerber los

Und wo stehen die Deutschen heute? Sie haben einen unverbindlichen Vorvertrag mit Magna in der Hand und 1,5 Milliarden Euro Steuergelder verschleudert, um sich über die Wahl zu retten. Magna hat Fiat ausgestochen, weil Magna angeblich bereit war, die 300 Millionen Euro vorzustrecken. Tatsächlich hat aber auch diese Last, die noch vor Tagen für viel Empörung gesorgt hat, die staatseigene KfW übernommen. Und das Argument der Kanzlerin, ohne den staatlichen Eingriff hätten die Unternehmen, die den Pensionssicherungsverein stützen, 4 Milliarden Euro Zusatzbelastung tragen müssen, ist keine Entschuldigung für die katastrophale Verhandlungstaktik, mit der GM das beste mögliche Ergebnis erzielt hat.

Vielleicht hätten die deutschen Autokonzerne, die den Löwenanteil der Beiträge für den Sicherungsverein zahlen, diese Summe sogar gern geschultert. Denn sie haben besser gewirtschaftet als GM/Opel und wären einen überflüssigen Wettbewerber los.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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