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Auswertung des DIW : Die Deutschen sind so zufrieden wie noch nie

Ganz entspannt: Eine Gruppe junger Frauen picknickt an der Weser. Bild: dpa

Vor allem die Lücke zwischen Ost und West schließt sich langsam, zeigt eine neue Auswertung des DIW. Daran hat auch die Agenda 2010 ihren Anteil.

          Die Menschen in Deutschland sind mit ihrer Lebenssituation so zufrieden wie nie seit der Wiedervereinigung. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hervor. Auf einer Skala von 0 bis 10 lag der Zufriedenheitswert im Jahr 2015 bei 7,6 Punkten. Als Grundlage für die Auswertung dienten die Daten der repräsentativen Langzeitstudie Soziooekonomisches Panel (SOEP). Seit 1984 befragt das SOEP jährlich mehr als 10.000 Personen, wie zufrieden sie derzeit mit ihrem Leben sind. Wer seine Zufriedenheit mit null bewertet, ist „ganz und gar unzufrieden“. Zehn steht hingegen für „ganz und gar zufrieden“. Am unzufriedensten waren die Deutschen im Jahr 2004, als der Wert auf 6,9 Punkte fiel.

          Maja Brankovic

          Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die hohe Zufriedenheit in der Bevölkerung erklärt das DIW damit, dass Deutschland die Krisen der vergangenen Jahre, darunter die globale Finanzkrise 2007/2008 und die anschließende Eurokrise, erfolgreich bewältigt habe. Der merkliche Anstieg ließe sich dagegen vor allem auf den Aufholprozess in Ostdeutschland zurückführen. Mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung seien die Ostdeutschen zwar immer noch deutlich unzufriedener als die Menschen im Westen, sagte SOEP-Direktor Jürgen Schupp.

          Agenda 2010 wirkte sich positiv aus

          „Der Abstand zwischen Ost und West hat sich aber über die Jahre maßgeblich verringert und ist so niedrig wie noch nie.“ Mit einem Wert von 7,3 liegt das im Osten gemessene Glücksgefühl rund 0,3 Punkte unter dem westdeutschen Niveau. Direkt nach der Wiedervereinigung war der Unterschied am höchsten. Damals war die Zufriedenheit im Osten auf den Tiefststand von 6,3 Punkten gefallen, während die Menschen im Westen mit einem Durchschnittswert von 7,5 Punkten vergleichsweise zufrieden waren.

          Wie eine Langzeitbetrachtung über die vergangenen 30 Jahre zeigt, passen die Deutschen ihre persönliche Zufriedenheit stark der wirtschaftlichen und politischen Situation im In- und Ausland an. Nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 sanken die Umfragewerte beträchtlich, auch im Jahr nach der Katastrophe von Fukushima nahm die Lebenszufriedenheit der Deutschen ab.

          Mit der Agenda 2010 und dem damit verbundene Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt stiegen die Umfragewerte hingegen deutlich. SOEP-Direktor Schupp wies darauf hin, dass die persönliche Zufriedenheit ein wichtiger Aspekt zur Beurteilung des Lebensstandards in einem Land sei. „Wer Aussagen zur Lebensqualität treffen möchte, muss neben den objektiven Lebensbedingungen auch die subjektive Lebenszufriedenheit im Blick haben“, sagte er.

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