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Außenwirtschaft Deutsche rechnen weiter mit Irak-Aufträgen

11.12.2003 ·  Nach internationalen Protesten gegen einen Ausschluß von Firmen aus Ländern, die gegen den Irak-Krieg waren, hat Amerika die Ausschreibung seiner Aufträge für den Wiederaufbau aufgeschoben.

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Die deutsche Wirtschaft rechnet weiter mit Aufträgen für den Wiederaufbau im Irak- trotz der amerikanischen Pläne für einen Ausschluß von Firmen aus kriegskritischen Ländern. Nach internationalen Protesten haben die Vereinigten Staaten am Donnerstag die Ausschreibung ihrer Aufträge für einen Wiederaufbau des Landes verschoben.

„Die angesetzte Veröffentlichung der Ausschreibungen zur Unterstützung der Verträge für den Irak-Wiederaufbau ist vorerst aufgeschoben worden", hieß es auf der Website des Pentagon für den Wiederaufbau des Irak. „Weitere Informationen werden sobald wie möglich bekannt gegeben.“ Die für den 11. Dezember angesetzte Vor- Ausschreibungs-Konferenz sei auf den 19. Dezember verlegt worden, hieß es weiter.

Hier rechnen sich deutsche Unternehmen noch immer gute Chancen aus. „Entscheidend bei der Vergabe der Gelder werden die Unteraufträge sein“, sagte Jochen Münker, Referatsleiter Nah- und Mittelost beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Donnerstag in Berlin. „Vor allem deutsche Unternehmen, die vor dem Krieg Anlagen in den Irak geliefert haben, haben keine schlechten Karten.“ Nach einer Richtlinie des Pentagon sollen Firmen aus Ländern, die gegen den Irak-Krieg waren, keine milliardenschweren Generalaufträge erhalten.

Erste Aufträge direkt nach dem Krieg

Bereits bei einer ersten Ausschreibung unmittelbar nach Ende der Kämpfe im Irak hätten deutsche Firmen aber Unteraufträge erhalten, obwohl die Generalaufträge komplett an amerikanische Firmen gegangen seien, sagte Münker. Damals habe etwa der Baukonzern Bechtel 90 Prozent des Auftragsvolumens seinerseits an andere Unternehmen ausgeschrieben, darunter den Großteil an irakische Firmen.

Die Generalunternehmer hätten selbst ein finanzielles Interesse, ihre Aufträge schnell und für sie kostengünstig zu vergeben. Dies könnten die ursprünglichen Hersteller zerstörter Anlagen am besten gewährleisten, unter denen auch deutsche Firmen seien. „Sie haben die Blaupausen und Ersatzteile.“ Deutsche Unternehmen hätten im Irak unter anderem Zementfabriken gebaut, Wasserpumpen geliefert und seien auch bei Kraftwerken und Druckereien engagiert gewesen, sagte Münker.

Das Pentagon war zuletzt bemüht, das Dekret nicht als Strafe für die Kriegsgegner erscheinen zu lassen. Präsident Bush bemüht sich darum, daß Hauptgläubiger des Irak, dazu gehört auch Deutschland, dem Land Schulden erlassen. Über Ton und Timing der Pentagon-Richtlinie war das Weiße Haus erbost. Bush mußte das Thema mit Bundeskanzler Schröder sowie den Staatschefs Chirac und Putin am Telefon debattieren. Über das Thema wolle er mit Europa „in Kontakt bleiben“, hieß es.

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