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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Außenhandel Starker Export

 ·  Deutschlands Exporte haben im vergangenen Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro überschritten. Das gefällt nicht jedem.

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Die Billionenmarke ist überschritten. Erstmals hat die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr Waren für mehr als eine Billion Euro exportiert. Stolze elf Prozent betrug das Wachstum. Die hochwertigen Maschinen, Automobile, Chemieprodukte, elektronischen und optischen Geräte „made in Germany“ sind weltweit begehrt, obwohl sie nicht billig sind. Es ist die Qualität, die überzeugt. Besonders aus den Schwellenländern, allen voran aus China, kommt eine riesige Nachfrage. Der Export in die Eurozone hat sich unterdurchschnittlich entwickelt und ist zuletzt sogar geschrumpft. Ganz Südeuropa steckt mittlerweile in der Rezession und versucht mit Sparprogrammen der Schuldenkrise zu entkommen. Das trifft auch den deutschen Export. In der Statistik vom Dezember zeigen sich die Bremsspuren. Dennoch bleiben die Exporteure zuversichtlich, weil sie die Chancen in den Schwellenländern sehen. Der Euroraum ist zwar wichtig - doch Asien, Osteuropa und Lateinamerika werden wichtiger.

Meldungen über die starke Stellung der Deutschen auf den Weltmärkten lösen nicht überall Freude aus. Vor anderthalb Jahren klagte eine französische Wirtschaftsministerin, die heute den Internationalen Währungsfonds führt, über einen allzu großen deutschen Exportüberschuss. Dieser gehe zu Lasten anderer Länder; es gebe gefährliche Ungleichgewichte. Solche Reden sind mittlerweile verstummt. Ohnehin ist es ein Mythos, dass die deutsche Wirtschaft allein vom Export lebe. Die Binnennachfrage hat mehr zum Aufschwung im vergangenen Jahr beigetragen als die Auslandsnachfrage. Investitionen und privater Konsum waren die Treiber für das Wachstum von rund drei Prozent.

Der Außenhandelsüberschuss stagnierte bei rund hundertsechzig Milliarden Euro, weil der Import stärker als der Export zugelegt hat. Der Grund dafür ist nicht nur die höhere Rechnung für importiertes Öl und Gas. Angesichts der guten Konjunktur kann sich Deutschland mehr Waren aus dem Ausland leisten. Davon profitiert auch die Wirtschaft der europäischen Nachbarn, die es bitter nötig haben. Inzwischen überschattet die Schuldenkrise die globale Konjunktur, der Welthandel hat sich zum Jahresende merklich abgeschwächt. Die deutschen Exporteure werden kämpfen müssen, um ihren bisherigen Platz an der Sonne zu behalten.

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Jahrgang 1979. Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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