Home
http://www.faz.net/-gqe-qfgz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Außenhandel China möchte den Textilstreit dämpfen

12.05.2005 ·  Die EU fordert von den Asiaten schnelle Schritte, um den stark ansteigenden Textilexport zu bremsen. In Peking möchte man einlenken, warnt jedoch vor einem möglichen Zusammenbruch - der könnte auch Europa schaden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

China will innerhalb von ein bis zwei Monaten Wege finden, um überzogene Ausfuhren von Textilprodukten zu bremsen. Das kündigte der Präsident der Vereinigung der Chinesischen Textilindustrie, Du Yuzhou, am Donnerstag an. Er konkretisierte damit eine Zusage, die der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Mittwoch im Gespräch mit Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner gegeben hatte.

Wen hatte nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zugesichert, daß China weitere Schritte unternehmen werde, um ein übermäßiges Wachstum des Textil- und Kleidungsexports zu verhindern. Der Export war seit dem Wegfall der Textilquoten auf der Welt Anfang des Jahres stark gestiegen.

Nötige Daten fehlen

Handelskommissar Peter Mandelson drängte die chinesische Regierung, detailliert und vor allem schnell darzulegen, wie sie mit dem Anstieg des Textil-Exports in die EU umgehen wolle. China müsse Mittel finden, die die Ausfuhr sofort spürbar reduzierten, sagte der Handelskommissar am Donnerstag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. China habe der EU zugesichert, daß der Export innerhalb der kommenden vier Wochen sinke, sagte die Sprecherin Mandelsons. Die Europäische Union erwarte in den kommenden Tagen genaue Informationen darüber, wie das geschehen solle.

Die Kommission sei nicht willens, einen oder gar zwei Monate darauf zu warten, sagte die Sprecherin. Die von einigen Mitgliedstaaten geforderte sofortige Aufnahme von Konsultationen mit Peking werde von der Kommission untersucht, sagte Mandelson vor dem Europaparlament. Es fehlten aber noch die nötigen Daten. Die EU hat bisher - wie Amerika - nur eine 60 Tage dauernde Voruntersuchung eingeleitet. Sie beruft sich dabei auf eine Schutzklausel, die bis Ende 2008 die Einschränkung der Textileinfuhr aus China erlaubt, wenn diese die Märkte aus dem Gleichgewicht bringen.

Sehr geringe Grundlage

Die Voruntersuchung könnte die Aufnahme von Konsultationen und eine zeitlich begrenzte Verhängung neuer Handelsschranken nach sich ziehen. So dürfte die EU die Einfuhr von Stoffen aus China bis zum Ende des Jahres einschränken. Eine Verlängerung wäre nur nach abermaligen Gesprächen möglich. Du warnte vor neuen Quoten für Textilien. China sei der größte Abnehmer amerikanischer Baumwolle.

Die Textilmaschinen wiederum stammten überwiegend aus Europa. „Wenn unsere Textilindustrie beschädigt wird, bricht die gesamte Fertigungskette zusammen“, sagte Du. Der Anstieg der Textilausfuhr aus China im ersten Quartal erscheine zudem nur deshalb dramatisch, weil das Vergleichsquartal 2004 eine sehr geringe Grundlage biete.

Quelle: che./hmk. / F.A.Z., 13.05.2005, Nr. 110 / Seite 9
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 8 7

29.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.396,84 +1,16%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.394,15 +1,26%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2485 −0,03%
Rohöl Brent Crude 106,85 $ −0,38%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.