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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ausschlachtung von Insolvenzfällen Gierige Hedgefonds

 ·  Eine Bank muss Insolvenz anmelden, die Gläubiger werden nervös. In diesem Moment treten oft Hedgefonds als professionelle Forderungsaufkäufer auf den Plan. Hinterher werden sie dem Insolvenzverwalter lästig. Die „historischen“ Gläubiger sind ihnen egal.

Artikel Lesermeinungen (5)

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Nils Büngener

Gemein

"Die Hedgefonds denken nur an sich selbst." Na sowas. Die wollen Frege etwas von den sauer verdienten 300 bis 800 Millionen wegnehmen. Diese absurde Summe ist natürlich ein "perfider Hebel".

Die Kanzlei selbst spricht von 200 Millionen Euro Kosten für 720 000 Anwaltsstunden (SZ). Selbst diese Summe ist sicherlich großzügig gerechnet. Es geht also um mindestens 100 Millionen Reingewinn, im schlimmsten Fall um 600 Millionen. Irgendwo sind da Maßstäbe verloren gegangen.

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Ulrich Dust

Das Problem liegt darin,

daß die Geier die Gläubiger, die nicht an sie verkauft haben, übervorteilen wollen.

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Halil Bahadirli

Wo ist das Problem?

Der ursprüngliche Glaeubiger tritt seine Forderung gegen Kompensation an einen Hedgefond ab. Was der Hedgefond dem ursprünglichen Glaeubiger dafür an Kompensation zahlt hat den Schuldner nichts anzugehen. Und den Kommentator dieser Zeitung doch auch nicht, da diese Kaufvertraege doch wohl freiwillig zustandekamen zwischen in der Regel zwei hochinformierten Parteien. Auch die Tatsache, dass der Schuldner zweifelsohne diese Forderung schuldet und dass der Glaeubiger versucht, das meiste für sich herauszuholen, ist nicht zu beanstanden.

Ich glaube es kaeme mehr Hygiene in die Diskussion wenn man sich staerker an den Kriterien des Rechts und weniger an denen der "Moral" orientieren würde, da der Begriff Moral dafür missbraucht wird, eigene Lebensvorstellungen anderen zwangsweise aufzuzwingen.

Was für den einen unmoralisch ist kann für den anderen moralisch sein. Aber was unrecht ist, ist für alle unrecht.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 17:07 Uhr
Jean-Paul van de Mortyr

Moral

Da Recht und Gerechtigkeit ohnehin nur selten einher gehen und das Rechtssystem größtenteils nur der Rache am Täter dient (hey ich hab nichts gegen Rache, man soll es nur nicht großkotzig "Gerechtigkeit" nennen), halte ich meine moralischen Maßstäbe für sinnvoller, menschlicher und realitätsnäher als einige Rechtssprechungen. Ich zwinge meine Moralvorstellungen auch niemanden auf, jeder darf sie sich anhören und eine eigene Meinung dazu bilden. Man soll allerdings nicht von mir erwarten, dass ich mich irgendetwas unterordne, was gegen meine moralischen Maßstäbe geht. Unser Rechtssystem versucht, mit Rache und Bestrafung im Namen des Opfers eine Art Gerechtigkeit herzustellen. Das geht leider meistens meilenweit daneben. Schwarzfahrer landen gegen Tagessätze im Knast (what the fuck, die sind schwarz gefahren und nicht allgemeingefährlich), Triebtäter werden mit drakonischen Strafen bestraft (stellen sie sich mal folgenden Triebtäter vor: "für 10 Jahre mach ichs, für 20 Jahre nicht") usw

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Bernd Lieferts

Sie wiedersprechen sich!

Zitat aus dem Artikel: "Die anderen, wenn man so will, „historischen“ Gläubiger, sind ihnen dabei gleichgültig, die Gleichbehandlung, die das deutsche Recht vorschreibt, ebenfalls. Sie wollen in der Rangfolge bevorzugt werden, koste es, was es wolle."

Der Gläubiger hat sich mit dem Anteil zufrieden zu geben, den die anderen Gläubiger auch bekommen, Im genannten Fall die 80%! Ob das nun der Caterer mit 10k ist oder ein Hedgefonds der Titel im Nennwert von 100mil für 10mil oder 20mil aufgekauft hat ist egal!

Auch wenn die Summe von 300-800mil für den Insolvenzverwalter im Raum steht, so müssen daraus auch die anfallenden Kosten (Anwälte, Sekretärinnen, Schreibkräfte, Büros, Reisen usw.) beglichen werden. So ein Mammutverfahren wo leicht mehrere hundert Personen dran arbeiten wird die Kanzlei um die Ecke mit 5 Beschäftigten nicht gestemmt bekommen!

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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