21.06.2010 · Erstmals seit zwei Jahren hat der Yuan wieder zugelegt. Wirtschaftsminister Brüderle begrüßte Chinas Ankündigung von mehr Flexibilität bei seiner Währung. Aus gutem Grund: Exportabhängige Branchen wie der Maschinenbau könnten zu den Gewinnern einer Aufwertung gehören.
Nach der chinesischen Ankündigung einer flexibleren Währungspolitik ist der Yuan am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2005 geklettert. Händler gingen aber davon aus, dass das kräftige Plus nicht von Dauer sein werde. Die Entwicklung untermauerte dennoch Erwartungen, dass die Landeswährung nach einer seit 23 Monaten andauernden und international kritisierten De-Fakto-Kopplung an den Dollar tatsächlich mehr Spielraum bekommt. Trotz der signalisierten Lockerung ließ die Notenbank allerdings den täglichen Referenzwert unverändert. Der Yuan kann davon 0,5 Prozent nach oben oder unten abweichen.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat Chinas Ankündigung von mehr Flexibilität bei seiner Währung begrüßt. Brüderle sagte am Montag in Berlin: „Ich sehe das als ein gutes Zeichen, dass China über Mechanismen zur Flexibilisierung seines Wechselkurses verstärkt nachdenkt.“ Für China sei das nicht einfach. „Sie öffnen sich schrittweise und das ist gut so“, erklärte der Minister. Damit könne das Land zum Abbau von Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft beitragen. Auch in der Krise habe sich China sehr pragmatisch verhalten, würdigte er, was der Weltwirtschaft geholfen habe.
Maschinenbauer sehen sich als Gewinner nach Aufwertung
Exportabhängige Branchen wie die deutschen Maschinenbauer könnten zu den Gewinnern einer Aufwertung des chinesischen Yuan gehören. „Es hilft uns natürlich“, sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers. Die Produkte der deutschen Hersteller würden in China günstiger. „In China geht eigentlich alles über den Preis.“ Auf den Weltmärkten könnte der Preisdruck durch die chinesische Konkurrenz zurückgehen.
Für die deutschen Maschinenbauer ist China in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Exportland geworden. Selbst im Krisenjahr 2009 hat die Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Gea oder Gildemeister gehören, ihre Exporte in das Land noch ausbauen können. Rein rechnerisch geht inzwischen jede zehnte ins Ausland gelieferte Anlage in die Volksrepublik. Einige Unternehmen haben auch eine Produktion in China aufgebaut. Da diese aber vor allem für den chinesischen Markt produzierten, seien hier die Auswirkungen einer Aufwertung des Yuan eher gering, sagte Wiechers.
Für DIHK überwiegen die Vorteile
Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verspricht sich von der Yuan-Aufwertung Rückenwind für die Exporteure. „Unter dem Strich ist das positiv für unsere Wirtschaft“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treie. „Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit unserer Waren nimmt zu. Unsere Exporte werden deshalb anziehen.“ Die Aufwertung habe aber auch eine Kehrseite. „Chinesische Importe werden teurer, vor allem Konsumgüter wie Spielzeug, Textilien und Elektronik“, sagte Treier. „Das erzeugt einen leichten Preisdruck bei uns.“
Die Vorteile würden aber überwiegen. „Viele Chinesen können sich bislang deutsche Waren nicht leisten, weil sie durch den künstlich niedrig gehaltenen Yuan teuer bezahlt werden müssen“, sagte Treier. „Eine Aufwertung erlaubt es den Chinesen, mehr Güter aus dem Ausland einzukaufen. Das sind unsere Exporte.“
Das ist nicht einmal die berüchtigte eine Schwalbe, die
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 21.06.2010, 17:55 Uhr
Mentale Einbahnstraße
Henk Oberste Berghaus (henkob)
- 21.06.2010, 22:14 Uhr
Blöd!?
Tilo Stolz (Oyabun)
- 22.06.2010, 09:41 Uhr
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