15.03.2008 · Die Dresdner Bank wird in zwei Kreditinstitute aufgespalten. Eine Entscheidung über die Zukunft der Dresdner war überfällig. Sie ist in ihrer aktuellen Verfassung ein Klotz am Bein der Allianz.
Von Gerald BraunbergerEs wurde höchste Zeit für eine Entscheidung der Allianz über die Zukunft der Dresdner Bank. Denn die Bank ist in ihrer aktuellen Verfassung ein Klotz am Bein des Münchener Versicherungskonzerns. Das Geschäft der Dresdner mit Privat- und Firmenkunden läuft ordentlich, allerdings verfügt das Geldhaus vor allem im Privatkundengeschäft nicht über einen attraktiven Marktanteil. Kritischer ist die Lage im Investmentbanking, wo die Tochtergesellschaft Dresdner Kleinwort zu klein zum Leben und zu groß zum Sterben ist.
Die Trennung der beiden Einheiten ist eine überfällige Entscheidung, die Handlungsfreiheit erzeugt. Die Allianz kann versuchen, das Privat- und Firmenkundengeschäft, von dem sie sich nicht trennen will, durch Akquisitionen zu vergrößern, ohne die malade Investmentbank mitzuschleppen. Für Dresdner Kleinwort dürften die Zeichen auf Trennung stehen. Im Konzern könnte sie wohl nur bleiben, wenn die Allianz sie durch Zukäufe stärkte. Es lässt sich jedoch bezweifeln, dass die Münchener das Investmentbanking als ein Kerngeschäft verstehen. Ein Käufer für Dresdner Kleinwort wird in der aktuellen Krise aber nur schwer zu finden sein.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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