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Aufbau Ost Ost-Wirtschaft holt nur langsam auf

19.06.2005 ·  Mit „Trippelschritten“ nähert sich die ostdeutsche Wirtschaftsleistung der westdeutschen an. Zu diesem Ergebnis kommt eine breitangelegte Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle.

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Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern holt mit der westdeutschen auf, aber nur in „Trippelschritten“. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Getrieben von einem überdurchschnittlichen Exportwachstum, sei die gesamtwirtschaftliche Produktion in Ostdeutschland 2004 zum dritten Mal hintereinander gewachsen. In dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld seien die Zuwächse zwar gering ausgefallen, hätten aber 2002 und 2003 das westdeutsche Wachstum prozentual überrundet und 2004 annähernd erreicht. Auch für 2005 und 2006 bestünden „gute Chancen, daß die neuen Bundesländer nicht wieder im Wachstum der Produktion hinter die alten zurückfallen“, schreibt das IWH.

Wachstumsmotor verarbeitendes Gewerbe

Motor des relativen Erfolgs sei das verarbeitende Gewerbe gewesen, das 1,4 Punkte zum Wachstum der Bruttowertschöpfung um insgesamt 1,8 Prozent beigetragen habe. Die industrielle Wertschöpfung habe 2004 um 8,8 Prozent expandiert und damit doppelt so stark wie im Westen. Freilich trage das verarbeitende Gewerbe im Osten nur 18 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei, im Westen seien es 23 Prozent.

Auch in der Exportquote bleibt die Industrie der neuen Länder mit 25 Prozent stark hinter der westdeutschen zurück (41 Prozent). Gleichwohl wuchs die ostdeutsche Ausfuhr 2004 überdurchschnittlich: insgesamt um 10,2 Prozent, in die alten EU-Länder sogar um 14,5 Prozent. Trotz der Grenznähe und der historischen Verflechtung stieg der Export in die neuen EU-Länder mit 6 Prozent unterdurchschnittlich. Die Ost-Erweiterung habe „kaum Spuren“ hinterlassen.

Kostenvorteile der ostdeutschen Hersteller

Grund für den allgemeinen Exporterfolg seien vermutlich die Kostenvorteile der ostdeutschen Hersteller gewesen. Sie erreichten 73 Prozent der westdeutschen Produktivität, zahlten aber auch nur 67 Prozent des dortigen Arbeitnehmerentgelts; die Lohnstückkosten erreichten 91 Prozent des Westniveaus.

Insgesamt betragen, verglichen mit dem Westwert, die Arbeitskosten fast 71 Prozent, die Produktivität nur 69 Prozent, die Lohnstückkosten 102,4 Prozent. Während das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner gerade einmal 65 Prozent erreicht, bringen es die verfügbaren Einkommen auf 84 und der private Konsum auf 85 Prozent des Westwerts. Zu verdanken sei das den hohen West-Ost-Transfers, vor allem in den Renten- und Sozialsystemen.

Quelle: itz., F.A.Z., 20.06.2005, Nr. 140 / Seite 11
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