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Auf einen Espresso Voll beschäftigt

 ·  Was machen wir denn mit dem Wochenende? Vollbeschäftigung auf der Buchmesse - oder doch lieber sechs Stunden Athen, wie die Kanzlerin?

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Endlich ist Wochenende! Fünf Tage harter Arbeit liegen hinter Ihnen und uns. Aber nicht hinter allen. Wie man sich mehr Wochenende sichert, zeigt uns Jack Dorsey, der Mitgründer von Twitter. Der hat inzwischen sechseinhalb Tage lang Wochenende, in denen er sich um sein neues Startup kümmern kann. In seiner alten Firma arbeitet er nur noch dienstagnachmittags - und monatelang hat das keiner außerhalb des Büros mitgekriegt. Das ist doch mal eine Organisation! Wer es nachmachen möchte, muss sich ein Beispiel an Jack Dorsey nehmen. Es geht das Gerücht, es möge bei der Arbeitszeitverkürzung geholfen haben, dass Dorsey nicht als besonders umgänglich bekannt ist.

Andererseits muss man sich so ein langes Wochenende auch erst mal leisten können. Die Mieten steigen, die Heizkosten steigen, jetzt steigen auch noch die Strompreise. Es gibt nicht viel, das dieser Tage so schnell teurer wird wie das Zuhause sein.

Sechs Stunden Athen

Da bleibt nur eines: rausgehen. Nutzen wir den Resturlaub, bevor er verfällt, hängen ein paar Tage ans Wochenende dran und fliegen wir in die Sonne. Bisher haben wir das manchmal mit Germanwings gemacht, der Billigflug-Tochtergesellschaft der Lufthansa. Doch jetzt müssen wir uns umgewöhnen, denn die Lufthansa hat sich neu organisiert und ihre Billigflieger neu aufgestellt. Wer in Stuttgart, Berlin oder Hamburg losfliegt, bekommt vielleicht gar kein Lufthansa-Flugzeug mehr zu Gesicht, sondern nur noch die neuen Billigflieger. Monatelang hat eine Task-Force darüber gegrübelt, wie die neue Fluglinie heißen soll - das Ergebnis gab’s am Donnerstag: Sie heißt jetzt Germanwings.

Kein Resturlaub mehr? Dann machen Sie doch einen Kurzurlaub übers Wochenende. Sechs Stunden Athen, die Kanzlerin hat’s vorgemacht. Dank Billigfliegern kann es jeder nachmachen, zumindest wenn in Athen gerade nicht die Fluglotsen streiken. Nach Erholung sah das Gesicht der Kanzlerin aber doch nicht aus. Wer mehr Spaß haben möchte, könnte es machen wie Linken-Chef Bernd Riexinger und gegen die deutschen Sparauflagen mitdemonstrieren. So hat man ganz schnell ganz viele Freunde.

Doch lieber zur Buchmesse

Oder nach Japan? Dieses Wochenendprogramm macht Finanzminister Wolfgang Schäuble vor. Aber auch in Tokio lässt ihn die Schuldenkrise nicht los bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Prompt kriegt er Streit mit IWF-Generaldirektorin Christine Lagarde, die Griechenland noch zwei Jahre für dessen Reformen geben will. Ursprünglich hatte Schäuble den IWF noch aus der Euro-Rettung heraus halten wollen; er hätte einen Europäischen Währungsfonds gewollt. Doch dass der mit den Griechen härter umgegangen wäre, glaubt auch niemand.

Reisen macht also gerade nicht so viel Spaß. Bleiben wir in Deutschland. Da haben wir auch ein tolles Wochenendprogramm gleich hier auf der Frankfurter Buchmesse. Langweilig wird es da nicht, es gibt viele spannende Bücher. Empfohlen sei zum Beispiel das Werk von Karl-Heinz Paqué, dem ehemaligen Finanzminister von Sachsen-Anhalt. Kein Flächenland hat eine höhere Arbeitslosenquote - und doch malt Paqué uns eine Zukunft aus, in der fast jeder Arbeit hat. Das beste daran: Gut möglich, dass er Recht hat. Weniger Kinder streiten sich um die Arbeitsplätze, die Hartz-Reformen wirken - vielleicht sind Arbeitnehmer bald wieder so begehrt, dass sie sich längere Wochenenden oder zumindest längere Urlaube heraushandeln können. Das Buch heißt „Vollbeschäftigt“.

Voll beschäftigt

Voll beschäftigt war diese Woche auch Tom Enders, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des Luftfahrtkonzerns EADS und Verfechter einer Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Was gab es alles zu verhandeln! Mal sagten die Kontrahenten, die Fusion kommt, dann wurde sie unwahrscheinlicher, dann wurden wieder Hürden genommen - letzter Stand: Die Fusion ist komplett abgesagt. Wenn Sie wissen wollen, ob das noch stimmt, müssen Sie aber bitte selbst bei Tom Enders anrufen. Wir haben jetzt Wochenende.

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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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