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Auf einen Espresso Spaß mit Google Suggest

Sie kennen doch sicher noch Google Suggest, die Funktion, bei der Google automatisch die Suchanfragen ergänzt? Da kommen tolle Sachen raus. Unser Wochenrückblick.

© F.A.Z. Vergrößern

Mit Google kann man ja auch viel Spaß haben. Sie kennen doch sicher noch Google Suggest, die Funktion, bei der Google automatisch die Suchanfragen vervollständigt - passend zu den Anfragen, die von vielen Nutzern kommen. Inzwischen gibt es Leute, die die Vorschläge zu Gedichten machen. Probieren wir das doch mal aus: Warum...ist der Himmel blau? Warum gähnen wir? Warum schnurren Katzen? Warum bin ich so müde? Das alles schlägt das amerikanische Google vor. Und jetzt noch die Vorschläge aus Deutschland: Warum... soll ein längeres starkes Gefälle nicht mit getretener Kupplung durchfahren werden? Warum ist scharfes Anfahren zu vermeiden? Warum liegt hier Stroh? Und: Warum muss die Bremsflüssigkeit nach Anweisung des Fahrzeugherstellers ausgetauscht werden?

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So sind wir Deutschen, da bricht sich eben unsere Autobegeisterung Bahn. Es ist kein Wunder, dass halb Deutschland von heute an in die Frankfurter Messe strömt zur Internationalen Automobil-Ausstellung - und dass dann die größte Ausstellung alter Autos auf den Straßen von Frankfurt stattfindet, wo die Leute im Stau stehen. Die Autobegeisterung kennt trotzdem wenig Grenzen, zumindest solange man innerhalb von Deutschland bleibt. Das hat sogar die englischsprachige Ausgabe des Reiseführers Wikitravel festgestellt: Die Deutschen hielten sich an alle Regeln, heißt es dort. Außer: Schlangestehen und Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Wenn’s nicht um Autos geht, hat es die Technik dann schon weniger leicht. Das gilt auch für Twitter. Das ist der Kurznachrichtendienst im Internet, der immerhin 200 Millionen Nutzer auf der Welt hat und jetzt an die Börse will. Die Aufmerksamkeit in Deutschland wird aber längst nicht an die beim Börsengang von Facebook herankommen, so viel lässt sich jetzt schon sagen. Das liegt nicht nur an seiner geringeren Nutzerzahl. Sondern auch daran, dass die Kontroverse um Internet-Börsengänge hierzulande nicht mehr ausgetragen wird. Jeder verharrt in seiner Position: „Alles Unsinn“, sagten die einen, die noch mitbekommen haben, wie der Facebook-Kurs nach dem Börsengang gefallen ist. „Geht doch“, sagten die anderen, die bemerkt haben, dass der Kurs inzwischen Rekord um Rekord erreicht.

Technik hat's schwer

Aber andere Technik hat es ja ebenfalls schwer, nicht nur in Deutschland. Da hat Samsung schon seine neue Computeruhr auf der IFA in Berlin vorgestellt, aber lange Schlangen haben sich nicht gebildet. Und selbst das iPhone wird nur mit Spott empfangen, obwohl alle drauf gewartet haben (Google ergänzt bis heute: „Wann ... kommt iOS 7“ noch weit vor „Wann ...ist der Eisprung?“). Jetzt ist Apple beim iPhone ein bisschen selbst schuld. Denn es legt den Kunden das Verschmähen ja nahe mit seinen nun zwei neuen Versionen vom iPhone, einer teueren und einer sehr teueren.

Der Doppelpack aber ist auch in Deutschland in Mode, wenigstens bei der Deutschen Bank, die das jetzt noch ein paar Jahre länger aushält. Ko-Chef Jürgen Fitschen bekommt seinen Vertrag jetzt vorzeitig bis 2017 verlängert. Dazu fällt selbst Google nichts mehr ein. Das Wort „Doppelspitze“ ergänzt es nur noch mit „Deutsche Bank“. Derweil wirft Vorgänger Josef Ackermann, gerade bei der Zürich-Versicherung zurückgetreten, in Berlin bei der Vorstellung seiner Biographie den ganzen Ablauf um, damit er den Abgang aus dem Aufsichtsrat von Siemens aus seiner Sicht schildern kann. So viele Kameras bekommt er sonst nur noch selten. Jetzt ist er wirklich bald in Rente.

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Aber das Älterwerden ist auch nicht mehr so leicht. An Pflegern jedenfalls mangelt es sehr. So sehr, dass die Bundesregierung sogar wieder Arbeitskräfte aus dem Ausland anwirbt. So haben wir das seit Jahrzehnten nicht mehr gehört. Dieses Mal aber geht es nicht so sehr um Italien, sondern um Tunesien, Serbien und sogar die Philippinen. In der großen Anwerbewelle der Wirtschaftswunderzeiten kamen rund 8,8 Millionen Gastarbeiter. In zehn Jahren könnten Deutschland ohne Anwerbung 5,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Die Arbeitsmarktchancen werden immer besser. Auch dafür könnten wir uns noch mal begeistern.

Quelle: F.A.Z.

 
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