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Auf einen Espresso Alles Su-Peer

Bald ist Buchmesse. Zeit für gute Bücher also, die nicht von Bettina Wulff geschrieben worden sind. Auch Peer Steinbrück ist ein Buchautor - aber jetzt muss er sich erst mal auf die Kanzlerkandidatur konzentrieren.

Bald ist herbstliche Buchmessen-Zeit in Frankfurt. Das wird gewiss wieder nett, denn es wird sehr viel über Tausende neue und oft auch gute Bücher gesprochen werden. Wer Kinder oder Enkel hat, wird zudem in der Halle mit Kinder- und Jugendbüchern so manchen Schatz für die kleinen Schätze daheim entdecken. Die Reise nach Frankfurt lohnt sich in jenen Tagen; es macht Spaß, in den Hallen unter Gleichgesinnten zu sein. Also bitte einplanen: Am Ende der übernächsten Woche ist es so weit.

Carsten Knop Folgen:      

Besonders schön ist es, dass dann schon lange nicht mehr vom Buch von Bettina Wulff die Rede sein wird. Das Buch rauscht auf den Verkaufslisten ohnehin schon nach unten, dorthin, wo es hingehört. Man kann seine Zeit besser mit anderer Lektüre verbringen. Wenigstens bringt das Werk dem Staat einiges an Steuereinnahmen. Der kann in Zeiten einer sich abkühlenden Konjunktur jeden Cent gebrauchen, ebenso wie offenbar die Wulffs.

Das liebe Geld. Von dem war in dieser Woche auch wieder viel die Rede. In den vergangenen Tagen konnte, wer wollte, alles über Rente, Altersarmut, und Erwerbsarmut lernen. Denn die SPD hat ihr Rentenkonzept diskutiert. Unterwegs hat einer der drei bisherigen Kanzlerkandidaten Schaden genommen, ein anderer hat gepunktet, und ein dritter war verärgert. Dass nun alles auf Peer Steinbrück hinausläuft, ist somit kein Wunder: Hat er doch vor ein paar Jahren mal ganz locker alle Spareinlagen der Deutschen garantiert.

„Karten“ von Apple: Wo war nochmal der Eiffelturm?

Das war Su-Peer. Was für ein Kerl. Und jetzt wünscht genau der sich eine neue Deutsche Bank. Sie soll nach den Vorstellungen von Steinbrück ein Holding-Dach bekommen, unter dem in rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften das klassische Kredit- und Einlagengeschäft vom Investment Banking getrennt wird. Das Kreditgeschäft und auch die Einlagen der Sparer wäre somit geschützt, sollten die Investmentbanker Mist bauen. Mit dem Geld der Sparer scheint Steinbrück das Thema seines Lebens gefunden zu haben. Mal sehen, ob er mit seinen Forderungen zur Regulierung der Finanzmärkte, die er in den vergangenen Tagen erst in kleinen Dosen einigen Zeitungen und später seiner SPD-Fraktion verabreicht hat, auf dem richtigen Weg ist.

Die Chancen dafür steigen, wenn er als Wegweiser nicht den Kartendienst auf dem jüngsten Mobiltelefon aus dem Hause Apple benutzt. Das neue Kartenprogramm von Apple ist schließlich so derartig fehlerhaft, das man den Eiffelturm in Paris nicht mehr findet, ganze Straßenzüge im Meer versinken, Parks auftauchen, wo normalerweise Straßen sind, und so weiter. Gut, dass Apple nicht für die Verwaltung unserer Spareinlagen verantwortlich ist, möchte man Herrn Steinbrück da zurufen. Aber halt, stimmt, es ist ja sowieso umgekehrt: Apple ist ja seit Jahren vorrangig für die Verkleinerung unserer Sparguthaben zuständig.

Freie Fahrt ins Wochenende

Die Läden sind voll, die Kunden stehen Schlange, der Internethandel brummt, jedenfalls bei Apple. Davon konnte das Frankfurter Versandhaus Neckermann zuletzt nur noch träumen. Der Katalog, mit dem man als Kind noch selbst von der großen weiten Welt träumen konnte, ist dahin. Das Unternehmen auch: 62 Jahre nach der Gründung von Neckermann verlieren nun mehr als 1.900 Menschen ihren Arbeitsplatz. Neckermann wird abgewickelt.

Erstaunlich, dass niemand laut nach Staatshilfe gerufen hat. So ein Händler ist eben kein Autohersteller. Dort wäre es bestimmt anders gewesen. Wobei uns einfällt: Am Montag pilgern die Autobosse ins Kanzleramt. Die Industrie hat zwar gerade erst Rekordergebnisse erzielt, aber nun kommen schwerere Zeiten. Da würde etwas Geld von Vater Staat weiterhelfen. Kommt es so, sollten sich darüber nicht nur die ehemaligen Mitarbeiter von Neckermann (oder Schlecker) aufregen.

Hinzu kommt, dass es so schlecht auch noch gar nicht aussieht. Immerhin sind die deutschen Verbraucher weiter in munterer Kauflaune. Die exportorientierten deutschen Unternehmen profitieren vor allem vom expansiveren wirtschaftspolitischen Kurs in vielen Schwellenländern. Zum Jahreswechsel rechnet daher mancher Wirtschaftsforscher damit, dass sich die Weltwirtschaft wieder stabilisiert und Fahrt aufnimmt. Also dann. Freie Fahrt ins Wochenende, irgendwo ist bestimmt verkaufsoffener Sonntag.

Quelle: F.A.Z.

 
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