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Veröffentlicht: 17.03.2013, 12:07 Uhr

Auf dem Weg zum nächsten Rekordhoch Der Dax und die 8.000er Marke

Zweimal in der Geschichte des deutschen Akienindex hat es schon einen Dax-Stand von mehr als 8000 Punkten gegeben. Und jedes Mal hatten die Anleger anschließend eine böse Enttäuschung erlebt. Kein Wunder, dass viele besorgt sind, das könnte wieder passieren. Zu Recht?

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Es war die spannende Frage, mit der die Börse in Deutschland in die vergangene Woche startete: Steigt der Dax wieder über 8000 Punkte? Freitag vor einer Woche hatte der Index die Marke nur mal kurz übersprungen und war dann wieder gefallen. Vergangene Woche stabilisierte er sich von Donnerstag an dort oben.

Christian Siedenbiedel Folgen:

Zweimal in der Geschichte hatte es schon einen Dax-Stand von mehr als 8000 Punkten gegeben. Und jedes Mal hatten die Anleger anschließend eine böse Enttäuschung erlebt. Kein Wunder, dass viele besorgt sind, das könnte wieder passieren. Zu Recht?

Das erste Mal, dass der Dax über 8000 Punkten stand, war im Jahr 2000. Damals erlebte die Welt gerade den Internethype. Die alten Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft schienen ausgehebelt. Viele dachten, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie habe ausgedient als Maßstab für die Frage, ob Aktien teuer oder billig sind. In der historischen Umbruchsituation traute man dem Gewinn eines Unternehmens zu, dass er gleichsam Sprünge macht und sich von der bisherigen Entwicklung völlig loslöst. Deshalb hatte der Dax damals ein KGV von 30, bevor er abstürzte. Das war eine Übertreibung, die es im Augenblick nicht gibt. Selbst nach dem Anstieg der Kurse zahlen die Aktionäre für eine durchschnittliche Aktie nur etwa das Zwölffache des für 2013 erwarteten Gewinns.

Anders als im Jahr 2000 war es dann 2007, als der Dax wieder einige Zeit über 8000 stand. Auch damals hatte es Übertreibungen gegeben, die mit dem billigen Geld der Notenbanken zusammenhingen und letztlich in der Finanzkrise mündeten. Am KGV des Dax aber konnte man diese Übertreibungen nicht ablesen; es war ähnlich hoch wie heute. Ein externer Schock - die Lehman-Pleite und die nachfolgende Weltwirtschaftskrise - ließ die Kurse einbrechen. Dagegen ist man nie gefeit.

Quelle: F.A.S.

 

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