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Audi greift BMW direkt vor der Haustür an

27.07.2010 ·  Premiere des A 7 Sportback in der Münchner Pinakothek

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hpe. MÜNCHEN, 27. Juli. Für einen Abend rückte Neo Rauch in den Hintergrund. Die düsteren Werke des Leipziger Malers, die aktuell in der großen Neo-Rauch-Schau "Begleiter" in der Münchner Pinakothek der Moderne zu sehen sind, hätten das elegante Coupé von Audi gut kontrastiert. Über den neuen, vierrädrigen Begleiter aus Ingolstadt sagte der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler pflichtschuldig, er passe "perfekt zu diesem wundervollen Ort".

Bühne frei also für den Audi A 7, der seine Weltpremiere mit großem Pomp in München feierte, und damit vor der Haustür des Erzrivalen BMW. Es darf vermutet werden, dass die Nähe zum BMW-Museum den Ingolstädtern noch wichtiger war als das künstlerische Umfeld der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Audi hat sich alle Mühe gegeben, sein neues Exponat wie ein Meisterwerk zu zelebrieren, groß war das Gedränge in der Rotunde. Stadler sagte, der A 7 sei "kompromisslos ein Audi bis in die letzte Sitznaht oder die letzte Stanzniet". Niemand solle ihn offenbar mit dem BMW 5er GT verwechseln, gegen den der A 7 antritt. Über den gesamten Produktlebenszyklus will Audi den A 7 200 000 Mal bauen. Zugleich bekräftigte Stadler das Ziel, in diesem Jahr wieder deutlich mehr als 1 Million Fahrzeuge zu verkaufen und damit den Absatzrekord aus dem Jahr 2008 zu übertreffen.

Der Aufschwung in Amerika und in China hat die deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und auch Daimler überrascht. In beiden Märkten wächst die Nachfrage nach teuren Luxusautos, die wie der A 7 erst ab Preisen von mehr als 50 000 Euro zu haben sind. In China könne Audi die Nachfrage nicht mehr bedienen, obwohl samstags und mitunter auch sonntags gearbeitet würde, sagte Stadler. Den sportlichen Geländewagen Q 5 verkauft Audi in China sogar schon über dem Listenpreis. Eigentlich will Stadler 1,5 Millionen Autos bis zum Jahr 2015 absetzen, womöglich könnte dieses Ziel jetzt schneller erreicht werden. "Wir sind sehr gut unterwegs", sagte er. Erfolgreichster Premiumhersteller wäre Audi dann aber immer noch nicht. Denn Marktführer BMW ist ebenfalls gut unterwegs und verkauft noch mehr Autos.

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