24.03.2010 · Früher konnten Unternehmen ihre Schmiergeldzahlungen von der Steuer absetzen. Diese Zeiten sind vorbei, doch manche deutsche Unternehmen haben die Umstellung schlecht gemeistert. Das haben die schwarzen Kassen bei Siemens gezeigt. Dann der Lastwagenhersteller MAN. Und nun ist Daimler dran.
Von Carsten KnopDie Umstellung von der Zeit, in der man Schmiergeldzahlungen von der Steuer absetzen konnte, in die Neuzeit, in der das eine verwerfliche Geschäftspraxis ist, haben manche deutschen Unternehmen schlecht gemeistert.
Im Fall Siemens haben die schwarzen Kassen zu einem Umsturz an der Konzernspitze geführt, der mit tiefen Erschütterungen der gesamten Organisation verbunden war. Der Führung des Lastwagenherstellers MAN ist es nicht besser ergangen.
Jetzt ist Daimler dran: Dort fällt zwar kein Vorstandsvorsitzender über das in den Vereinigten Staaten anhängige Bestechungsverfahren, aber die Vergleichszahlung von vermutlich 185 Millionen Dollar erreicht eine Höhe, die bisher nur Siemens übertroffen hat.
Doch die Vorgänge eröffnen eine Chance. Denn durchsetzen kann man sich auf dem Weltmarkt auch ohne Schmiergeld, wenn die Qualität des Angebotenen überzeugt. Das bewiesen die Auftragseingänge von Siemens nach der Aufarbeitung der Affäre. Korruption macht schlapp: die Empfänger des Geldes – und die zahlenden Unternehmen. Diese Überzeugung muss in den Unternehmenskulturen verankert werden. Erst dann kann man sich sicher sein, solchen Skandalen zu entgehen.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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