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Assekuranz Münchener Rück schreibt rot

29.08.2002 ·  Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat im zweiten Quartal wegen Problemen mit der US-Tochter tiefrote Zahlen geschrieben.

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Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat im zweiten Quartal wegen fallender Aktienmärkte und Problemen mit seiner US-Tochter sowie höheren Schäden durch die Terroranschläge vom 11. September tiefrote Zahlen geschrieben.

Unter dem Strich steht nach Angaben des Instituts ein Verlust von 383 Millionen Euro nach einem Gewinn von 493 Millionen Euro im Vorjahr. Einige Experten hatten mit einem deutlich höheren Fehlbetrag gerechnet. Im Halbjahr konnte der weltgrößte Rückversicherer seinen Konzernüberschuss aber auf 4,1 Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Der gesteigerte Gewinn geht auf Verkaufserlöse von Aktienpakten früherer Beteiligungen an der Allianz und deren Töchter Allianz-Leben, Frankfurter Versicherung und Bayerische Versicherungsbank zurück. Der Konzernumsatz legte im Halbjahr dank kräftiger Beitragserhöhungen um knapp 20 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro zu.

Höhere Sonderbelastungen

Bereits im Juli hatte die Münchener Rück die Märkte mit der Hiobsbotschaft geschockt, zwei Milliarden Dollar in die Verluste schreibende US-Tochter American Re nachschießen zu müssen. Zudem erhöhte der Rückversicherer seine Vorsorge für die Schäden aus den Anschlägen vom 11. September um 500 Millionen Dollar auf 2,63 Milliarden Dollar.

Beide Maßnahmen schlugen im zweiten Quartal mit 1,8 Milliarden Euro auf das Nachsteuer-Ergebnis durch. Wegen der Kursverluste an den internationalen Finanzmärkten musste die Münchener Rück zudem 1,5 Milliarden Euro auf Wertpapiere abschreiben, was das Ergebnis im zweiten Quartal mit weiteren 787 Millionen Euro belastete. Das konnte auch ein Sonderertrag von 900 Millionen Euro aus dem Verkauf von Allianz-Beteiligungen nicht wettmachen.

Keine Prognose für 2002

Wegen der weiter nervösen Aktienmärkte gab der Rückversicherer für das laufende Jahr keine Ergebnisprognose mehr ab. Er könne nicht ausschließen, dass die Münchener Rück im dritten und im vierten Quartal weitere Wertberichtigungen auf Wertpapiere vornehmen müsse, sagte Vorstandsmitglied Jörg Schneider. Die für die Rückversicherung typischen Prognoserisiken und die unsichere Entwicklung an den Börsen machten eine halbwegs verlässliche Vorausschau unmöglich.

„Angesichts dessen geben wir jetzt keine Ergebnisprojektion für das laufende Geschäftsjahr ab", fügte er hinzu. Bisher hatte die Münchener Rück als Ziel für 2002 einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn von 1,7 Milliarden Euro genannt. Bei den Bruttobetragseinnahmen rechnet der Rückversicherer weiter mit einem Anstieg um zehn Prozent auf rund 40 Milliarden Euro.

Weitere Tariferhöhungen angekündigt

Die Schadenbelastung durch die Jahrhundertflut in Mitteleuropa schätzte die Münchener Rück auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Betrag, der aber unter 500 Millionen Euro liegen werde. Die Allianz hatte die Belastung durch die Flutschäden zuvor auf netto 550 Millionen Euro beziffert.

Nach einer Tarifanhebung zwischen 20 und 40 Prozent im laufenden Jahr sei für 2003 eine Anhebung im zweistelligen Prozent-Bereich zu erwarten, sagte Vorstandsmitglied Stefan Heyd. Heyd verwies darauf, dass unter anderem durch die gebremste Konjunkturentwicklung „die Risikoexponierung in manchen Bereichen“ ansteige, beispielsweise in der Kreditversicherung. Ein jahrelanger Nachholbedarf lasse sich jedoch nicht in einer einzigen Erneuerungsrunde korrigieren. Vor allem nach dem 11. September wurden Preiserhöhungen durchgesetzt.

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Von Johannes Ritter

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