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Assekuranz Hohe Flutkosten für Versicherer

29.08.2002 ·  Das Hochwasser in Mitteleuropa trifft Versicherer und Rückversicherer härter als erwartet. Die Allianz nannte erste Zahlen.

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Die vergangenen zwölf Monate waren keine rosigen Zeiten für die Versicherer. Gerade hatte sich die Branche von den Folgen des 11. September erholt, da kam mit der Jahrhundertflut die nächste große Belastung. Erste Zahlen von der Allianz deuten darauf hin, dass die Kosten weitaus höher sind als zunächst erwartet wurde.

Europas größter Versicherer bezifferte den Schadensbetrag für den Konzern mit 550 Millionen Euro - das ist die Summe, die nicht durch Rückversicherungen abgedeckt ist. Der Betrag entspricht rund zwei Prozent des erwarteten Gesamtschadenvolumens in diesem Jahr. Aufgrund des hohen Marktanteils der Allianz in Ostdeutschland trägt sie den maßgeblichen Anteil des versicherten Schadens in den betroffenen Regionen. Brutto, also ohne Berücksichtigung der Rückversicherungen erwartet die Allianz Hochwasserschäden in Deutschland, Österreich und Tschechien von 815 Millionen Euro.

„Hässliche Zahl“

Der Schadensbetrag von 550 Millionen Euro ist etwa doppelt so hoch wie im Vorfeld von Analysten erwartet wurde. Da es sich um eine erste Schätzung handelt, weisen Experten darauf hin, dass sie letztlich noch höher ausfallen könnte. Das könnte dann deutliche Auswirkungen auf den Gewinn in diesem Jahr haben. Jedenfalls nahmen die Analysten von M.M. Warburg die Zahl zum Anlass, ihre Gewinnschätzung für das laufende Jahr auf Vorjahresniveau herunterzuschrauben.

Eine „hässliche Zahl“ für die Allianz, sagt auch Arne Jockusch, Analyst bei Merck Finck. Sollten noch einige Herbststürme hinzukommen, würde der Konzern seinen Planungsetat für Naturkatastrophen deutlich überziehen. Entsprechend gerieten Allianz-Aktien im frühen Geschäft an der Frankfurter Börse zunächst deutlich unter Druck, konnten sich aber schnell wieder ein wenig fangen, so dass gegen Mittag nur noch ein Verlust etwa drei Prozent zu Buche stand.

Warnsignal für die Branche

Doch die Allianz-Zahlen stellen auch ein Warnsignal für die Branche dar, meinen Experten. „Die Schäden für Europas Versicherer werden deutlich höher ausfallen als vermutet“, sagt Andrew Goodwin von der Commerzbank. Die österreichische Tochter von Assicurazioni Generali hat bereits angedeutet, die Flutschäden würden für sie sehr hoch ausfallen.

Und auch die Rückversicherer müssen tief in die Tasche greifen. Die Münchener Rück schätzte die Schadenbelastung auf einen „mittleren dreistelligen Millionenbetrag, der aber unter 500 Millionen Euro liegen wird“ ein. Etwas konkreter war die Swiss Re. Die Schweizer schätzen die Flutschäden auf 250 Millionen Franken (170 Millionen Euro). Beide Aktien standen am Donnerstag unter Druck.

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