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Veröffentlicht: 24.05.2017, 11:46 Uhr

Studie Mehr Geld für Geringverdiener

Die Schere zwischen Gering- und Gutverdienern geht nicht weiter auf. Seit der Finanzkrise haben die unteren Einkommen aufgeholt. Forscher haben noch eine weitere gute Nachricht für Geringverdiener.

© dpa Geringverdiener bekommen mehr.

Die Schere zwischen den Niedrigst- und Höchstverdienern geht nicht weiter auf: Seit dem Ende der Finanzkrise sind die Stundenlöhne von Niedrigverdienern ebenso schnell gewachsen wie die von Hochverdienern.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer neuen Untersuchung ermittelt: In den Jahren von 2009 bis 2015 sind die Brutto-Stundenlöhne am unteren Ende der Lohnskala um fast zehn Prozentpunkte schneller gestiegen als die Inflation. Am oberen Ende betrug der Zuwachs nur rund sechs Prozentpunkte. Allerdings steigen die Stundenlöhne der Arbeitnehmer in der Mitte etwas langsamer.

Die Daten stammen aus dem Sozioökonomischen Panel, für das am DIW jährlich mehr als 20.000 Deutsche nach ihren Lebensumständen gefragt werden. Die aktuelle Auswertung bezieht sich nur auf die Entwicklung der Stundenentgelte von abhängig Beschäftigten, Kapitaleinkünfte und Vermögen bleiben außen vor.

Es liegt nicht am Mindestlohn

„Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Stundenlöhne nach der Finanzkrise real durchweg zugenommen haben und der Anstieg gleichmäßiger als früher verteilt war“, resümieren die Studienautoren Karl Brenke und Alexander Kritikos. Die Steigerungen hätten aber die Reallohnverluste der Geringverdiener aus den 15 Jahren zuvor nicht wettgemacht.

Zuletzt war oft die Meinung vertreten worden, erst der Mindestlohn habe Geringverdienern einen höheren Lohn beschert. Die neue Untersuchung belegt das Gegenteil. Zwar stiegen die niedrigen Löhne nach Einführung des Mindestlohns am 1. Januar 2015 deutlich, der Zuwachs hatte aber schon in den Jahren zuvor begonnen.

Geringverdiener steigen oft auf

Die Studie hat noch eine zweite gute Nachricht für Geringverdiener: Sie haben gute Chancen, bald mehr zu verdienen. Dazu betrachteten die Forscher die Leute, die im Jahr 2010 zum ärmsten Fünftel gehörten, und untersuchten, was diese Leute fünf Jahre später taten. Rund ein Viertel war in Rente, arbeitslos oder kümmerte sich um Kinder. Von den übrigen hatte aber eine knappe Mehrheit jetzt ein so hohes Gehalt, dass sie dem ärmsten Fünftel entkommen waren.

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Besonders deutlich war der Trend bei Schülern und Studenten, aber selbst unter normalen Vollzeit-Beschäftigten war mehr als die Hälfte dem ärmsten Fünftel entwachsen. „Es hat sich gezeigt, dass eine Beschäftigung zu niedrigen Löhnen nicht generell eine Sackgasse ist.“

Von all diesen Phänomenen geben sich die Autoren selbst überrascht. Weil immer mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze angeboten werden, müssten sich die Löhne eigentlich auseinander entwickeln, schreiben sie. Jetzt müsse erforscht werden, warum die Geringqualifizierten so gut mithalten.

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Von Heike Göbel

Finanzminister Schäuble preist seine Finanzpolitik als maßvoll und verlässlich. Dieses Urteil ist nur zu halten, wenn man seine Euro-Politik ein Stück weit ausblendet. Mehr 26 91

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