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Veröffentlicht: 18.04.2017, 12:20 Uhr

Studie der Böckler-Stiftung Zuwanderung lässt Kinderarmut in Deutschland steigen

Die Kinderarmut in Deutschland nimmt vor allem durch die Flüchtlingszuwanderung wieder zu. Bei Kinder von Einheimischen sieht es einer Studie zufolge anders aus.

© Finger, Stefan Die 7 Jahre alte Vanessa (Vorname geändert) wächst in einer Hartz-IV-Familie in NRW auf.

Die Kinderarmut in Deutschland ist vor allem wegen der starken Zuwanderung minderjähriger Flüchtlinge, die zumeist unter der Armutsgrenze leben müssen, angestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine am Dienstag in Düsseldorf vorgelegte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Die Kinderarmutsquote stieg demnach zwischen 2014 und 2015 um 0,7 Punkte auf 19,7 Prozent.

Damit lebten laut der Untersuchung mehr als zweieinhalb Millionen Kinder in Haushalten, die als arm oder armutsgefährdet gelten. Zu dieser Gruppe werden Haushalte gezählt, deren Einkommen sich auf weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beläuft. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag die Armutsschwelle im Jahr 2015 bei einem verfügbaren Nettoeinkommen von weniger als 1978 Euro im Monat.

 
Zuwanderung lässt Kinderarmut in Deutschland steigen

Laut der Studie vergrößerte sich in der Gruppe der selbst eingewanderten Minderjährigen der Anteil der als arm geltenden Kinder von 2011 bis 2015 von 35,7 Prozent auf 48,9 Prozent. Dies lege nahe, dass „der gesamte Zuwachs der Kinderarmut auf das hohe Armutsrisiko“ der in den fünf Jahren eingewanderten Menschen unter 18 Jahren zurückzuführen sei.

Kinder von Einheimischen deutlich seltener arm

Das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden, veränderte sich laut der WSI-Untersuchung dagegen kaum. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund ist die Quote zuletzt sogar geringfügig von 13,7 auf 13,5 Prozent zurückgegangen

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Die Armutsquoten sind regional sehr unterschiedlich. Am stärksten verbreitet ist Kinderarmut in Bremen mit 34,2 Prozent, in Berlin mit 29,8 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern mit 29 Prozent.

Großen Einfluss auf Höhe und Entwicklung der Armutsquote hat generell die Situation am Arbeitsmarkt. Aber auch die Familienstruktur spielt eine Rolle, weil Alleinerziehende und ihre Kinder besonders häufig von Armut betroffen sind. In Familien mit Migrationshintergrund wiederum erhöht sich das Armutsrisiko, weil hier die Frauen seltener einer Erwerbsarbeit nachgehen. Kritiker bemängeln an der Armutsquote, dass sie nichts über den Wohlstand insgesamt aussagt. Wenn alle Menschen in Deutschland schlagartig das Doppelte verdienen, sind anschließend immer noch genau so viele Menschen qua Definition armutsgefährdet.

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