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Anton Schlecker Bild: dpa

Drogeriekette : Gericht streicht Teil der Anklagepunkte gegen Schlecker

  • Aktualisiert am

Der Prozess gegen den früheren Chef der gleichnamigen Drogeriekette geht auf sein Ende zu. Jetzt hat das Landgericht Stuttgart das Verfahren teilweise eingestellt.

          Im Prozess gegen Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker ist die Liste der Vorwürfe ein Stück kürzer geworden. Wie erwartet stellte das Gericht das Verfahren am Montag in einigen Punkten vorläufig ein. Mit den verbleibenden geht das Verfahren weiter und allmählich in die Endphase. Am nächsten Prozesstag am 13. November könnte – je nachdem, wie viele Anträge es noch gibt – die Beweisaufnahme geschlossen werden und die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten, hieß es. Auch bei Schleckers mitangeklagten Kindern wurden am Montag einige Anklagepunkte gestrichen.

          Schlecker ging im Januar 2012 insolvent, zehntausende Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Anton Schlecker steht seit März unter anderem wegen vorsätzlichen Bankrotts vor Gericht. Die Vorwürfe erstrecken sich auf eine Vielzahl von Klagepunkten, die teilweise nur bestimmte Zeitabschnitte umfassen. Knackpunkt in dem Prozess ist die Frage, wann dem Konzern die Insolvenz drohte. Ab dann hätte der heute 72-Jährige keinen Cent mehr aus dem Unternehmen ziehen dürfen.

          In ihrer Klageschrift ging die Staatsanwaltschaft vom 31. Dezember 2009 als Zeitpunkt aus, an dem eine Insolvenz von Schlecker absehbar war. Auf dieser Basis hatte sie eine Schadensumme von mehr als 25 Millionen Euro errechnet. Inzwischen tendiert sie zu einem Zeitpunkt Ende 2010, der Vorsitzende Richter zum 28. Januar 2011. Dadurch reduziert sich der Umfang der Anklage. Wie sich das auf die zugrunde gelegte Schadenssumme auswirkt, blieb unklar.

          Im Laufe der Verhandlung hatte eine Zeugin Schlecker vorgeworfen, seine Drogeriekette wie eine Diktatur geführt zu haben. Die Direktoren – also die Führungskräfte direkt unter dem Konzernchef – hätten keinen Mumm gehabt, Schlecker über Fehler zu informieren, sagte die frühere Chefin der Tochtergesellschaft Schlecker XL im September vor dem Stuttgarter Landgericht. „Die erzählten Schlecker, was er hören wollte.“

          Das Konzept für diese 2008 gestarteten, größeren Läden mit Hochglanz-Image sei gut gewesen, so die Zeugin. Dann jedoch seien Fehler gemacht worden. „Man hat den Pfad schnell verlassen und Läden aufgemacht, die schon unter dem alten Schleckerkonzept katastrophal liefen.“ Sie selbst habe kaum Raum für Entscheidungen gehabt. So sei ihr aufgetragen worden, den Umsatz in einem Laden in einem 500-Seelen-Dorf nach der Umstellung auf das XL-Format zu vervierfachen. Das habe natürlich nicht geklappt. „Aus einem Ackergaul ein Rennpferd machen, das geht nicht.“

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