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Kommentar : Gelegenheit macht Arbeit

Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. 2,7 Millionen Minijobs sind also kein Grund zur Sorge. Wichtig für den Arbeitsmarkt wären andere Dinge.

          Auch wenn das mancher Sozialpolitiker wohl gerne hätte: 2,7 Millionen Beschäftigte mit einer Nebentätigkeit taugen nicht als Munition für einen Wahlkampf der Gerechtigkeit. Denn die Zahl zeugt vor allem vom hohen Personalbedarf einer derzeit vor Kraft strotzenden deutschen Wirtschaft.

          Wenn ein Auszubildender die Gelegenheit beim Schopfe packt und sich nach Feierabend mit dem Kneipenjob das neue Smartphone oder einem Kurzurlaub finanziert, ist daran nichts falsch. Überlegen muss sich die Politik allenfalls, wie gerecht das Steuer- und Abgabenprivileg für Nebeneinkünfte aus Minijobs ist. Wirklich zu denken geben sollte dagegen, wenn Arbeitgeber offene Stellen lieber mit Hinzuverdienern besetzen als mit einem der immer noch mehr als 2,5 Millionen Arbeitslosen oder mit anerkannten Flüchtlingen.

          Statt subventionierte Ersatzarbeitsmärkte zu planen, muss staatliche Arbeitsmarktpolitik deshalb wieder viel stärker nach dem Grundsatz von „Fördern und fordern“ ausgerichtet werden. Das Versprechen der Kanzlerin auf Vollbeschäftigung bis zum Jahr 2025 beinhaltet schließlich auch die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen in reguläre Arbeit. Wenn nicht jetzt, wann dann?

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

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