http://www.faz.net/-gqe-8xow8

IW-Studie : Einkommen älterer Menschen steigen stärker als von Jüngeren

  • Aktualisiert am

Allein seit der Wunde sind die Einkommen der Älteren um 25 Prozent gewachsen. Bild: dpa

Ältere Menschen haben im Schnitt heute deutlich mehr Geld zur Verfügung als früher. Die Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt auch die Gründe.

          Das Einkommen älterer Menschen ist nach einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den vergangenen drei Jahrzehnten im Schnitt deutlich stärker gestiegen als das von Jüngeren. Demnach haben die verfügbaren Einkommen der 65- bis 74-jährigen in Westdeutschland seit Mitte der 1980er Jahre um durchschnittlich 52 Prozent zugelegt. Das geht aus einer Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels hervor. Die Einkommen von Menschen unter 45 Jahren stiegen laut der Studie dagegen nur um 21 bis 31 Prozent. Für das Sozio-oekonomische Panel werden jährlich Tausende Haushalte in Deutschland befragt.

          Allein seit der Wende wuchsen die Einkommen der Älteren laut der Studie um 25 Prozent, die der Jüngeren nur um zehn Prozent. Dennoch zeige sich gerade in den vergangenen Jahren auch ein wachsendes Armutsrisiko für Menschen im Ruhestand, so das IW.

          Fand sich 1984 noch knapp ein Drittel der Ruheständler im untersten Einkommensdrittel wieder, waren es 2014 nur noch 19 Prozent. Dafür leben immer mehr Ältere im mittleren Einkommensbereich. Grund dafür sind aber nicht etwa steigende Rentenniveaus. 1970 lag das Rentenniveau noch bei 55,2 Prozent des durchschnittlichen Bruttogehalts – 2015 waren es nur noch 47,7 Prozent.

          Ältere sind weniger oft armutsgefährdet als Jüngere

          Stattdessen spielt private und betriebliche Altersvorsorge eine stärkere Rolle. Auch die Tatsache, dass mehr Frauen arbeiten, wirkt sich aus. Männer trugen demnach in den 1980er Jahren in Westdeutschland rund 83 Prozent zu den gesetzlichen Renten eines Haushalts bei. Bis 2014 sank ihr Anteil auf 71 Prozent. Ferner leben weniger Menschen im Alter allein als noch Mitte der 1980er Jahre.

          Die Gruppe der Ärmsten ist dabei geringer als in anderen Altersgruppen. Der Anteil derjenigen, die im Alter eine Grundsicherung im Alter beziehen, habe sich zwar zwischen 2005 und 2015 von 2,2 auf 3,1 Prozent erhöht. Dabei sei aber nicht klar, ob es wirklich mehr bedürftige Rentner gebe als früher oder ob Rentner heute nur häufiger die Grundsicherung in Anspruch nehmen, als es zu Zeiten der Sozialhilfe der Fall war, so die Autoren. Unter den Jüngeren im Alter unter 65 Jahren sind aber inzwischen fast zehn Prozent auf Grundsicherung angewiesen. Diese Entwicklung sei problematisch. Denn die These, dass eine Armutsgefährdung im Erwerbsleben zu einem Armutsrisiko im Alter führe, liege nahe.

          Schon jetzt zeige sich bei den Älteren seit dem Jahr 2000 ein leichter Anstieg des Armutsrisikos. Der sei hauptsächlich auf einen Anstieg bei den 65- bis 74-jährigen in Ostdeutschland zurückzuführen. Den Grund hierfür sehen die Autoren darin, dass inzwischen mehr Menschen ins Rentenalter kommen, bei denen Erwerbszeiten vor der Wende weniger ins Gewicht fallen. Denn die in der ehemaligen DDR erworbenen Rentenansprüche und Beschäftigungszeiten seien zuvor großzügig angerechnet worden. Trotz dieser Entwicklung liege das Armutsrisiko bei den älteren Altersgruppen nach wie vor unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

          Weitere Themen

          Mama, du nervst! Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Lady Bird“ : Mama, du nervst!

          Der neue Coming-of-Age-Film „Lady Bird“ von Greta Gerwig skizziert das Leben von Christine, die auf eine katholische Schule geht und von ihrer Mutter die Nase voll hat. Warum sich ein Kinobesuch für alle Altersgruppen lohnt, erklärt F.A.Z-Redakteurin Verena Lueken.

          Warum tun wir uns das an?

          Schwierige Beziehungen : Warum tun wir uns das an?

          Wer hat nicht einige Kontakte im Kollegen-, Freundes- und Bekanntenkreis, deren Erwähnung eher unangenehme Gefühle weckt? Eine Studie zeigt, welche Beziehungen Menschen typischerweise als „schwierig“ empfinden.

          Topmeldungen

          Ted Cruz Anfang April auf einer Wahlkampfveranstaltung in Stafford, Texas: Geht der Stern des republikanischen Senators unter?

          Kongresswahlen in Amerika : Texanische Träume

          Für die Demokraten hat die Präsidentschaft von Donald Trump zumindest einen positiven Effekt: Ihre Basis ist so enthusiastisch wie selten zuvor. Nun hofft die Partei sogar im republikanischen Texas auf einen Erfolg bei den Kongresswahlen.

          Zum Tod von DJ Avicii : Tanzen bis zum Ende

          Er galt als der Posterboy der neuen Elektromusik, als Pionier und Außenseiter zugleich. Am Freitag starb der schwedische DJ Avicii im Oman. Die Schattenseiten seines Lebens kannten nur wenige.

          FAZ Plus Artikel: Welthandel : China spielt nach eigenen Regeln

          China hält sich zwar an die Regeln der WTO, verstößt aber gegen den Geist des Welthandels. Doch die Organisation traut sich nicht, öffentlich dagegen vorzugehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.