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F.A.S. exklusiv : Norbert Blüm attackiert Bill Gates

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Norbert Blüm war von 1982 bis 1998 Arbeitsminister unter Helmut Kohl. Bild: dpa

Milliardäre sollen lieber mehr Steuern zahlen, sagt der frühere langjährige Arbeitsminister Norbert Blüm der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Und das ist nicht seine einzige Kritik.

          Der CDU-Politiker Norbert Blüm kritisiert, dass Milliardäre wie Bill Gates bestimmen, wo und wie das Elend auf der Welt bekämpft wird. „Es darf nicht sein, dass zunehmend Leute wie Gates mit ihren Stiftungen entscheiden, ob mehr Geld für Gesundheit oder für Bildung ausgegeben wird“,  sagte der mittlerweile 82 Jahre Blüm der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

          Der Sozialstaat dürfe nicht von den Launen reicher Leute abhängig sein. Statt Almosen zu geben, sollten die Milliardäre lieber mehr Steuern bezahlen und so den Sozialstaat stärken, fordert Blüm: „Das Vermögen auf der Welt ist nicht gerecht verteilt.“

          Blüm war viele Jahre Arbeitsminister unter dem in diesem Jahr verstorbenen ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik meldet er sich immer wieder zu Wort mit seinen Ansichten.

          Bill Gates seinerseits gründete den Softwarekonzern Microsoft mit und wurde infolge dessen der reichste Mensch der Welt. Immer wieder führt er die entsprechende Milliardärs-Rangliste an, wie sie das Magazin Forbes erstellt. Einen großen Teil seines Vermögens hat er indes mittlerweile in eine Stiftung eingebracht, die Gates-Stiftung, die er gemeinsam mit seiner Frau Melinda führt.

          Gegenüber der F.A.S. warnt Blüm wiederum außerdem vor einem ausufernden Finanzkapitalismus, verkörpert durch „Gott Mammon“, wie er sagt, „ den Bruder des Satans, der sich anschickt, die Welt zu verschlingen“. Und weiter: „99 Prozent der Dollar-Billionen, die um die Welt jagen, haben mit der realen Wirtschaft nichts zu tun.“

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