http://www.faz.net/-gqe-76i4l

Arbeitswelt : 30 Stunden

Die Idee einer 30-Stunden-Woche für alle - bei vollem Lohnausgleich - macht wieder die Runde. Klingt ja auch verlockend. Aber das macht die Sache nicht besser.

          Kann es Zufall sein, dass ausgerechnet an Karneval ein alter Hut aus dem linken Lager wiederauftaucht? Eigentlich schienen die Pläne zur großflächigen Umverteilung von Arbeit mit der Jahrtausendwende beerdigt. Doch nun feiert die Idee einer 30-Stunden-Woche für alle - bei vollem Lohnausgleich - fröhliche Urständ.

          Die mehr als hundert Unterstützer aus Politik, Wissenschaft und Gewerkschaften sehen in dieser „Verknappung der Ware Arbeitskraft“ heute die Antwort auf Unterbeschäftigung und Burnout.

          Das klingt zeitgemäß, macht die Sache aber nicht besser. Weder lässt sich in einer Marktwirtschaft das Arbeitsvolumen planwirtschaftlich beliebig auf Köpfe verteilen, noch dürften sich gerade bei Geringqualifizierten die erhofften Produktivitätssteigerungen zur Finanzierung dieses Arbeitszeit-Luxus einstellen.

          Überhaupt steht das Land vor ganz anderen Herausforderungen. Im Süden herrscht schon heute Vollbeschäftigung. Fachkräfte werden auch deswegen knapp, weil die Bevölkerung stark altert und schrumpft. Will Deutschland seinen Wohlstand erhalten, sollte die 30-Stunden-Woche zum Aschermittwoch wieder in der Versenkung verschwinden.

          Sven Astheimer

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Gemischte Gefühle Video-Seite öffnen

          CDU-Politiker zum Wahlausgang : Gemischte Gefühle

          Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther äußerte sich positiv zu einem Jamaika-Bündnis. Julia Klöckner macht sich Sorgen über den Einzug der AfD in den Bundestag.

          Eiskalte Qual

          Berlin-Marathon : Eiskalte Qual

          Sieger Eliud Kipchoge läuft das härteste Rennen seines Lebens. Der ersehnte Weltrekord bleibt bei diesem Wetter unerreichbar. Der Deutsche Philipp Pflieger erlebt ganz bittere Momente.

          Merkel kleinlaut, Gauland obenauf Video-Seite öffnen

          Reden nach der Wahl : Merkel kleinlaut, Gauland obenauf

          Nach den massiven Stimmverlusten von CDU und SPD bei der Bundestagswahl zeigen sich Bundeskanzlerin Merkel und Herausforderer Schulz vor ihren Anhängern selbstkritisch. AfD-Spitzenkandidat Gauland lässt sich feiern und macht eine klare Kampfansage an die Regierung.

          Topmeldungen

          Bereits bei Wahlkampfauftritten der Kanzlerin hatte es in Sachsen massive Proteste gegen Merkel gegeben.

          AfD-Hochburg : Das macht ihnen Angst

          Nirgends ist die AfD so stark wie in Ostsachsen. Manche fühlen sich dort von der Politik vergessen. Doch das sind nicht nur zornige alte Männer.

          Koalitionsfrage : Jamaikas Botschafterin ermuntert Berlin

          Dass Deutschland über Jamaika diskutiert, hat man dort vernommen. Die drei Parteien ringen weiter mit sich. Ein Zusammengehen im Bundestag könnte sich sogar in der neuen Sitzordnung andeuten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.