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Arbeitsmarktdaten Deutlich mehr neue Stellen in Amerika

 ·  Überraschende Neuigkeiten vom amerikanischen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Beschäftigten ist im Juli kräftig gestiegen - anders als es Fachleute erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote allerdings hat sich nicht verringert - im Gegenteil.

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© dapd Insbesondere in der Autobranche entstanden viele neue Stellen.

Die Situation am amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Juli deutlich besser dargestellt als erwartet. Wie das amerikanische Arbeitsministerium mitteilte, stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 163.000. Analysten hatten deutlich geringere Erwartungen geäußert. Vor allem Neueinstellungen bei
Autoherstellern entlasteten den Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig erhöhte sich allerdings die bei einer separaten Erhebung ermittelte Arbeitslosenquote auf 8,3 von 8,2 Prozent im Vormonat - und hat damit ein Fünfmonatshoch erreicht. Damit verharrt die Quote seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent - das hat es seit der Großen Depression in den Dreißiger Jahren nicht mehr gegeben.

Ökonomen hatten eine unveränderte Quote von 8,2 Prozent erwartet. Dass die Arbeitslosenquote trotz der gestiegenen Beschäftigtenzahl nach oben ging, lag offenbar daran, dass sich gleichzeitig mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zurückgemeldet haben.

Die neuen Daten vom Arbeitsmarkt in Amerika waren mit Spannung erwartet worden. Denn die Lage am Arbeitsmarkt gilt als entscheidend für die Chancen von Präsident Barack Obama, im November für eine zweite Amtszeit wiedergewählt zu werden.

Die Angaben für die Beschäftigtenzahlen des Vormonats wurden nach unten korrigiert: Das Arbeitsministerium meldete für Juni nun ein Stellenplus von 64.000, nachdem zunächst ein Anstieg um 80.000 gemeldet worden war. Für Mai wurde die Zahl dagegen nach oben revidiert (auf plus 87.000 von zuvor plus 77.000). Damit lag die Zahl der Beschäftigten insgesamt um 62.000 höher als erwartet.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne in Amerika stiegen um 0,02 Dollar auf 23,52 Dollar, während Ökonomen einen Zuwachs um 0,05 Dollar auf 23,55 Dollar erwartet hatten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verharrte auf dem Vormonatsniveau von 34,5 Stunden.

Diskussion über geldpolitische Lockerung nicht am Ende

Die moderate Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt wird sich nach Einschätzung der Commerzbank in den kommenden Monaten fortsetzen. „Der Anstieg der Beschäftigung im Juli weißt darauf hin, dass die Schwäche im 2. Quartal vor allem durch saisonale Gründe bedingt war“, sagte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner am Freitag der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Sollte sich die Erholung am Arbeitsmarkt fortsetzen und die Wirtschaft weiter wachsen, dürfte die Notenbank auf eine weitere geldpolitische Lockerung verzichten. Die Arbeitsmarktdaten seien aber nicht gut genug, um die Diskussion darüber zu beenden, sagte Weidensteiner.

Quelle: FAZ.NET mit Dow Jones, Reuters, DPA
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