06.11.2003 · Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober um rund 55.000 auf 4,152 Millionen gesunken. Das sind immer noch rund 220.000 mehr als vor einem Jahr. Gerster sieht noch keine Wende am Arbeitsmarkt.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober abermals gesunken. Sie nahm um 55.100 auf 4.151.800 ab, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg. Das waren aber immer noch 222.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 10,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,4 Prozent gelegen.
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, sagte, der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei stärker ausgefallen als erwartet. Von einer grundlegenden Wende auf dem Arbeitsmarkt könne aber noch keine Rede sein. Dafür müsse auch die Beschäftigung steigen. Durch die Reformen am Arbeitsmarkt hätten sich allerdings die Voraussetzungen dafür verbessert, daß bei einem Anspringen der Konjunktur Arbeitsplätze schnell besetzt werden könnten.
Rückgang nicht nur durch Herbstbelebung
Der überdurchschnittliche Rückgang der Arbeitslosenzahl im Oktober ist laut Gerster nicht nur auf die Herbstbelebung zurückzuführen, sondern auch saisonbereinigt nachweisbar. Um jahreszeitliche Einflüsse bereinigt errechnete die Bundesanstalt einen Rückgang um 12.000 auf 4,380 Millionen. Die Abnahme fiel im Osten mit 9.000 drei Mal so hoch aus wie im Westen mit 3.000.
In den alten Ländern waren im Oktober 2.638.000 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 15.000 weniger als im September, aber 188.000 mehr als im vergangenen Jahr. Im Osten ging die Zahl der Erwerbslosen binnen Monatsfrist um 40.100 auf 1.513.800 zurück. Das waren aber noch 34.100 mehr als vor einem Jahr.
Keine Wende
Die Ökonomen der Commerzbank machen darauf aufmerksam, daß die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl seit dem Frühjahr um insgesamt 65.000 zurückgegangen ist. Dazu habe auch die zunehmende Zahl der sogenannten Ich-AGs beigetragen, die auf eine großzügigere Förderung für die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit zurückzuführen sei.
Der Rückgang markiert auch für die Volkswirte noch keine Wende am Arbeitsmarkt. Die Erwerbstätigenzahlen seien, unter Berücksichtigung der sogenannten Mini-Jobs, weiter Rückläufig. Trotz der sich abzeichnenden Belebung der Konjunktur erwartet die Commerzbank in diesem Bereich keine wesentliche Besserung. Die witterungsbedingte Zunahme der Arbeitslosen in den kommenden Wintermonaten werde deren Zahl wohl nicht über die Fünf-Millionen-Grenze wachsen lassen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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