15.12.2008 · Auf dem Arbeitsmarkt für Werbeberufe hat sich die Rezession schon früh abgezeichnet. Vor allem Werbeträger, also Medienunternehmen, stellen keine Werbefachleute mehr ein. Anders die Agenturlandschaft: Die Werbeagenturen suchen mehr Kommunikationsspezialisten als im Vorjahr.
Von Judith LembkeAuf dem Arbeitsmarkt für Werbeberufe hat sich die Rezession schon früh abgezeichnet: Die Stellenstatistik des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) im Juli zeigte, dass die Zahl der Jobofferten zum ersten Mal seit 2004 rückläufig war. In überregionalen Tageszeitungen, Fachzeitschriften und den relevanten Internetportalen zählte der ZAW 2686 branchenrelevante Angebote für das erste Halbjahr.
Damit ist die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent gesunken. Allerdings ist der Nachfragerückgang in den Einzeldisziplinen der Branche unterschiedlich stark ausgeprägt. Vor allem Werbeträger, also die Medienunternehmen, stellen keine Werbefachleute mehr ein. Auch bei den werbetreibenden Unternehmen ist die Nachfrage zurückgegangen.
Entwarnung für die Werbeagenturen
Ein anderes Bild zeigt die Agenturlandschaft. Die Werbeagenturen suchen nach wie vor Kommunikationsspezialisten, und zwar knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Verbandssprecher Volker Nickel begründet die Zahlen unter anderem mit einer Verlagerung. Unternehmen würden ihre Werbekompetenzen zunehmend im eigenen Haus abbauen und die Aufgaben an Agenturen übertragen.
Nickel beschreibt den Arbeitsmarkt jedoch grundsätzlich als stabil. Das signalisiere auch die Arbeitslosenquote: Ende Oktober waren 7504 Arbeitnehmer auf Jobsuche, vor allem im kaufmännischen Bereich. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4 Prozent, ein Prozentpunkt niedriger als vor vier Jahren. Für 2009 rechnet der ZAW mit einem konjunkturbedingten Rückgang der Stellenangebote. Doch vor allem für die Werbeagenturen gibt Nickel Entwarnung. „Die Agenturen haben gelernt, dass sie ihr Stammpersonal in rezessiven Phasen halten müssen“, sagt er. Mittlerweile würden Festangestellte nicht mehr so schnell entlassen wie früher. „Die Agenturen haben gemerkt, wie teuer es ist, ihre Mitarbeiter erst für viel Geld freizusetzen, und wenn es dann besser läuft, für noch mehr Geld wieder einzustellen“, sagt Nickel.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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