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Arbeitsmarkt Strukturwandel und Reformen erhöhen Frauenerwerbstätigkeit

20.01.2005 ·  Der Anteil der erwerbstätigen Frauen in Deutschland nimmt zu. Das liegt am Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft, an den Arbeitsmarktreformen und dem Stellenabbau in von Männern dominierten Bereichen.

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Der Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft hat in Deutschland zusammen mit den Arbeitsmarktreformen der Regierung mehr Frauen in die Erwerbstätigkeit geführt. Aber auch die Krise am Arbeitsmarkt erhöhte den Anteil der Frauen an der Beschäftigtenzahl.

Im vergangenen Jahr waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag mit rund 18,1 Millionen Frauen im Schnitt 193.000 mehr erwerbstätig als 2003. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der erwerbstätigen Männer um 65.000 auf 20,3 Millionen, so daß der Frauenanteil an der Beschäftigtenzahl auf 47,1 Prozent stieg.

Stellenabbau stärker in den Männerdomänen

Seit dem Jahr 2000 habe sich der Anteil der Frauen kontinuierlich erhöht, sagte Christoph-Martin Mai vom Statistikamt. Mitverantwortlich sei die schwache Entwicklung der Wirtschaft gewesen, die vor allem in Männerdomänen Stellen gekostet habe. „Die Arbeitsplatzverluste von 2003 und Anfang 2004 haben vor allem das Verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft getroffen.“ Im Produzierenden Gewerbe lag der Männeranteil 2004 im Schnitt noch bei über 70 Prozent und im Bau sogar bei rund 85 Prozent.

Grundsätzlich sorgt aber den Statistikern zufolge vor allem der strukturelle Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft für eine zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen. „Dazu beigetragen hat unter anderem die Ausweitung der geringfügigen Beschäftigung, da derartige Beschäftigungsformen verstärkt in den Dienstleistungsbereichen nachgefragt und von Frauen ausgeübt werden.“

Bei den Minijobs habe die Frauenquote bei über zwei Dritteln gelegen, sagte Mai. Insgesamt arbeiteten 84 Prozent der berufstätigen Frauen im Service-Sektor, aber nur 60 Prozent der arbeitenden Männer. Der Frauenanteil bei den Dienstleistern lag bei knapp 56 Prozent.

Immer noch wenige Frauen in die Selbständigkeit

Die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung brachten den Statistikern zufolge auch mehr Frauen in die Selbstständigkeit. „Bei den Ich-AGs lag der Frauenanteil bei rund 40 Prozent", sagte Mai. Die Zahl der weiblichen Selbständigen stieg zum Jahr 2003 um drei Prozent. „Der Weg in die Selbständigkeit findet bei den Frauen allerdings immer noch seltener statt als bei den Männern", erklärten das Amt. Von den 4,3 Millionen Selbständigen war nur knapp ein Drittel Frauen. „Auch die Selbständigenquote von Frauen mit knapp 7,9 Prozent lag noch deutlich hinter der Männerquote von 14,1 Prozent zurück.“

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