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Arbeitsmarkt Streit um den Mindestlohn

18.05.2008 ·  Die Chancen, in der Entsorgungsbranche einen Job zu bekommen, sind in diesem Jahr gut. Sowohl Ungelernte als auch Fachkräfte werden gesucht. Das war in den vergangenen Jahren noch anders.

Von Helmut Bünder
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Den Arbeitskampf der Müllwerker hat es dann doch nicht gegeben. Der Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einigten sich vor zwei Wochen auf einen neuen Tarifvertrag. Zuvor hatten sich bereits die kommunalen Entsorger mit der Gewerkschaft verständigt. Aber hinter den Kulissen schwelt es. Entsorgungskonzerne und Kommunen fordern zusammen mit Verdi die Aufnahme der Branche in das Entsendegesetz, um einen Mindestlohn durchzusetzen.

Dagegen jedoch setzen sich die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Wehr. „Ein Mindestlohn hilft nur den Marktführern und gefährdet zahlreiche Arbeitsplätze“, sagt Burkhard Landers, Präsident des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE). Die Erfahrungen in der Briefbranche seien ein abschreckendes Beispiel. BDE-Präsident Peter Hoffmeyer kontert: Die kleineren, nicht tarifgebundenen Unternehmen versuchten nur, sich auf Kosten ihrer Mitarbeiter einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Bessere Chancen auf einen Job

In Deutschland verdienen rund 250.000 Menschen ihr Geld in der Entsorgungsbranche, wobei die Wasserwirtschaft mit eingerechnet wird. Ein knappes Drittel von ihnen dürfte in kommunalen Unternehmen arbeiten, der Rest in der Privatwirtschaft. Nachdem in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze abgebaut wurden, zeigt der Trend nun wieder nach oben. „Die Chancen auf einen Arbeitsplatz haben sich deutlich verbessert“, sagt Landers.

Das Anforderungsprofil ist vielfältig. Ungelernte Kräfte würden ebenso gesucht wie Lastwagenfahrer und Vertriebsmitarbeiter. „Für diejenigen, die eine Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft absolviert haben, dürfte der Einstieg ins Berufsleben in diesem Jahr unproblematisch verlaufen“, meint Landers. Neben dem hohen Anteil von gering qualifizierten Mitarbeitern und Fachkräften wächst der Bedarf an Spezialisten. Denn die Entsorgung wird zur Hightech-Branche mit engen internationalen Verflechtungen. Zunehmend gefragt sind Techniker und Ingenieure, die Sortier- und Verbrennungsanlagen sowie Recyclingtechnik konstruieren, bauen und steuern. Die aufwendige Logistik bildet ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld, nicht zu vergessen Marketing, Vertrieb und Handel. Denn Sekundärrohstoffe vom Altpapier über Kunststoffgranulat bis zum Metallschrott werden längst weltweit gehandelt. Gute Sprachkenntnisse sind für manche Positionen heutzutage Pflicht - gern auch Chinesisch.

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Jahrgang 1957, Wirtschaftskorrespondent in Bonn.

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