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Arbeitsmarkt Stahlindustrie Nur ein Knick im Trend

20.10.2008 ·  Erstmals seit Jahrzehnten hat 2007 die Zahl der deutschen Stahlarbeiter zugenommen. Die hierzulande erschmolzenen 48 Millionen Tonnen Stahls gehören ganz überwiegend zu dem Premiumsegment. Auch in Zukunft werden hier noch mehr qualifizierte Fachkräfte benötigt.

Von Werner Sturbeck
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Erstmals seit Jahrzehnten hat 2007 die Zahl der deutschen Stahlarbeiter zugenommen. In den etwa hundert Unternehmen sind 1000 Arbeitsplätze neu entstanden. Nach einem ungewöhnlich langen Boom in der Weltstahlindustrie trüben sich zwar die konjunkturellen Rahmenbedingungen ein, dennoch wird auch 2008 mit hoher Gewissheit der Arbeitsplatzaufbau in etwa gleichem Tempo fortgesetzt. Aber eine Trendwende ist das nicht, nur ein Knick bei den so lange geschrumpften gewerblichen Arbeitsplätzen.

Stahl ist der bedeutendste Werkstoff der Welt

Denn viele Unternehmen produzieren zwar hart an der Kapazitätsgrenze und nutzen ihre hohen Gewinne zum Kapazitätsausbau. Konzerne wie Thyssen-Krupp, Salzgitter oder die Dillinger Hütte arbeiten an Kapazitätserweiterungen, weil sie für ihre Walzprodukte Rohstahl zukaufen müssen. Aber nicht zuletzt wegen der hier scharfen Umweltanforderungen denkt keines der Unternehmen daran, zusätzliche Hochöfen in Deutschland zu errichten. So werden verschiedene Rohstahlprojekte im Ausland verfolgt, die hierzulande allenfalls helfen können, die Belegschaften zu stabilisieren.

Gleichwohl bleibt die Stahlindustrie als Arbeitgeber interessant. In dem schmerzlichen Restrukturierungsprozess der zurückliegenden Jahre haben die Unternehmensleitungen gelernt, dass die Stahlproduktion in Deutschland nur dann langfristig Chancen hat, wenn durch ständig neue Produktentwicklung eine stabile Nachfrage in aller Welt gesichert werden kann. Mit den in diesem Jahr verbrauchten 1,4 Milliarden Tonnen ist Stahl der bedeutendste Werkstoff in der Welt. Die davon in Deutschland erschmolzenen 48 Millionen Tonnen gehören ganz überwiegend zu dem Premiumsegment, das allenfalls zehn Prozent der Gesamtproduktion ausmacht. Für die unterschiedlichsten Anforderungen wird hierzulande der spezielle Werkstoff entwickelt: sei es für die riesigen Getrieberinge in den größten Windrädern, für die extremen Bedingungen ausgesetzten Tiefseerohre zum Öl- und Gastransport oder der für immer höhere Temperaturen und Drücke konzipierte Werkstoff in Kraftwerksturbinen. Für diese Rolle als Technologieführer benötigt die Stahlindustrie mehr qualifizierte Fachkräfte als bisher.

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Jahrgang 1949, Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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