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Arbeitsmarkt Mehr als nur Bierbrauer

20.07.2008 ·  Die Berufsaussichten in der Brauereibranche sind nicht schlecht, vorausgesetzt die Berufseinsteiger kommen aus einer der renommierten Lehranstalten in Berlin oder Weihenstephan. Flexibilität und Auslandserfahrung sind unbedingt nötig.

Von Rüdiger Köhn
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Seit der Wiedervereinigung geht der Bierkonsum in Deutschland zurück - mit ihm die Beschäftigung. Dies wird sich nach Einschätzung von Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds in Berlin, auch fortsetzen. „Das wird nicht eruptionsartig geschehen“, sagt er. „Aber hier hinterlässt der andauernde Konzentrationsprozess seine Spuren.“ Das heißt nicht, dass Brauingenieure, Brauer oder Mälzer keine Zukunft mehr haben. Im Gegenteil: Es gebe durchaus den einen oder anderen Engpass. Er selber, sagt Hahn, habe ein dreiviertel Jahr für den Verband einen Brauführer suchen müssen.

Die Ingenieure kommen von der Versuchs- und Lehranstalt für Brauereiwesen in Berlin (VLB), die der Technischen Universität angegliedert ist. Die zweite Schmiede für Diplom-Brauingenieure ist der Lehrstuhl für Brauwesen in Weihenstephan bei München, der verbunden ist mit der TU München.

Große und bessere Chancen im Ausland

Die Absolventen haben gute Berufschancen, besonders wenn sie bereit sind, ins Ausland zu gehen. Denn deutsche Braukunst ist im Ausland gefragt. Das zeigt auch, dass der Anteil ausländischer Studenten in Berlin und Weihenstephan relativ hoch ist. Mit Blick auf die immer größer werdenden Bierkonzerne kann ein solcher Job durchaus hochkarätig und lukrativ sein. Natürlich seien die Chancen im Ausland größer und vielfältiger, gesteht auch Hahn ein. Doch gebe es in Deutschland allemal Bedarf. Dabei muss der Brauingenieur nicht zwangsläufig auf Bier fixiert sein. „Die breitangelegte Ausbildung ermöglicht auch den Einsatz in der Erfrischungsgetränke- oder der Milchindustrie“, sagt der Hauptgeschäftsführer. Ebenso suchten die Getränkemaschinenhersteller Brauingenieure. Unternehmen wie Krones oder KHS sind führende Anbieter auf dem Weltmarkt. Brauereien sind die größten Abnehmer von Abfüllanlagen, weshalb Sachverstand gerade in diesem Metier wichtig ist.

Daneben gibt es die drei Jahre dauernde Ausbildung als Brauer und Mälzer. Die seit diesem Jahr geltende neue Ausbildungsverordnung trägt der Veränderung in der Branche Rechnung; das betrifft den technischen Fortschritt genauso wie die Themenbreite - analog zur universitären Ausbildung. Es geht somit nicht allein um das Handwerk des Brauens, sondern nun auch um die Herstellung von alkoholfreien Getränken. Auf der technischen Seite ist die Mechatronik gefragt, die für Steuern und Warten von Brauanlagen erforderlich ist. „Es ist uns darum gegangen, ein attraktives Berufsbild in einer modern aufgestellten Industrie zu gestalten“, sagt Hahn.

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Jahrgang 1958, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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