Es ist noch nicht lange her, da spukte das Schreckgespenst von fünf Millionen Arbeitslosen durch Deutschland. Doch nur wenige Konjunkturdaten und Unternehmensbilanzen später, erfasst eine Panik der anderen Art die Hauptstadtpolitiker: Der Fachkräftemangel ist zurück.
Eigentlich war er ja nie wirklich weg - dass die Industrie in der Krise an ihrer Belegschaft festgehalten hat, ist ein eindeutiger Beleg dafür. Doch im Aufschwung wird vielen die demographische Wahrheit aufs Neue bewusst. Wenn die Politik die Hürden für qualifizierte Einwanderer endlich weiter abbauen will, ist das eine gute Sache. Vorrangprüfungen und ständig zu verlängernde Aufenthaltsgenehmigungen machen Deutschland nicht gerade zu einem Sehnsuchtsland.
In der Pflicht sind aber auch die Unternehmen, denn sie müssen ihren Fachkräften den roten Teppich schon selbst ausrollen. Die Regierung ist für das Formale zuständig und in einem gewissen Maße auch für ein weltoffenes Klima im Land. Die Wirtschaft aber könnte nicht nur mit Gehaltszetteln über die Grenze winken, sondern auch mit betriebseigenen Kindergärten, Arbeitsplätzen für Angehörige und Hilfsangeboten, die nicht am Werkstor enden.
Partei-Politiker sind nicht die Heilsbringer, sondern die Tretminen.
norbert doerre (ndoerre)
- 30.07.2010, 23:57 Uhr
Bei ueber 3 Millionen Arbeitslosen,viele davon FACHARBEITER
Lill-Karin Bryant (kb26919)
- 31.07.2010, 05:22 Uhr
erstmal die Einwanderer qualifizieren die längst im Lande sind
Paul Rabe (heidelpaul)
- 31.07.2010, 11:37 Uhr
Es geht auch anders
thomas schulz (peanutbutter)
- 31.07.2010, 12:19 Uhr