30.06.2010 · Die aktuelle Kunde vom Arbeitsmarkt ist zunächst ein Grund zur Freude. Dass sich die offiziellen Arbeitslosenzahlen heute auf die Tiefststände von vor der Krise zubewegen, hätte noch vor einem Jahr wohl kaum jemand erwartet. Ob das so weitergeht?
Von Sven AstheimerAllein im Zusammenspiel von Aufschwung und demographischer Entlastung lassen sich nicht alle Probleme lösen. Viel zu unsicher scheint dafür schon der weitere Verlauf der konjunkturellen Erholung. Deshalb muss die Politik die gute Lage für wichtige Entscheidungen nutzen. Sie muss die Arbeitsmarktpolitik so verändern, dass einerseits ein Beitrag zum Sparpaket geleistet wird, andererseits die Vermittlung noch effektiver wird.
Der Missbrauch von Zeitarbeit durch branchenfremde Unternehmen muss künftig verhindert werden, ohne dass dabei das Instrument seiner wichtigen Funktion für den Arbeitsmarkt beraubt wird. Und nicht zuletzt muss eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie eine Million Langzeitarbeitsloser wieder an reguläre Beschäftigung herangeführt werden kann.
Wenn dies nicht gelingt, könnte schon bald ein unerfreuliches Szenario am Arbeitsmarkt drohen: Fachkräftemange,l gepaart mit hoher Langzeitarbeitslosigkeit.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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