Die neusten Daten zur Lage von Älteren am Arbeitsmarkt entlarven so manche Meldung der vergangenen Tage als ebenso hysterisch wie gefährlich. Seit Beginn des Jahrtausends sind die Beschäftigungsquoten der Personen über fünfzig und vor allem der über sechzig Jahre deutlich schneller gestiegen als die anderer Kohorten.
Erklären lässt sich die Entwicklung mit dem niedrigen Basiswert, der aus dem staatlichen Frühverrentungswahn des vergangenen Jahrhunderts resultiert. Auch weil dieser Fehlanreiz beseitigt ist, holen die Älteren nun auf. Dass mancher Politiker nun die Erhöhung des Renteneintrittsalters verschieben will mit der Begründung, der Aufholprozess sei noch nicht abgeschlossen, ist nicht nur zynisch, sondern geht vor allem zu Lasten junger Generationen.
Sicherlich gibt es auch Probleme: Ältere Arbeitslose haben es nach wie vor schwerer, den Schritt zurück in den Arbeitsmarkt zu machen. Und nicht jede Beschäftigung lässt sich bis zum Alter von 67 Jahren ausüben - was aber auf schon für 65 Jahre galt. Gerade deshalb besteht die Herausforderung darin, neue Regeln für den Umgang mit diesen Ausnahmen zu finden - und nicht darin, sie zur Regel zu erklären.
Realistisch bleiben
Wolfgang Richter (langweiler2)
- 07.01.2012, 10:23 Uhr
Hysterie um die Beschäftigungsquoten
Thomas Böhm (Thomasbaerboehm)
- 06.01.2012, 15:54 Uhr