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Arbeitsmarkt Hauptstadt der Schwarzarbeit

24.04.2002 ·  Die Schattenwirtschaft ist mittlerweile der Wachstumszweig Nummer eins in Deutschland. Nirgends wird mehr schwarz gearbeitet als in Berlin.

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Berlin ist die Hochburg der Schwarzarbeit in Deutschland. Am anderen Ende der Skala rangieren nach Erkenntnis des Linzer Wirtschaftswissenschaftlers und Schwarzarbeitsexperten Friedrich Schneider Hamburg und Baden-Württemberg. Nach seinen Untersuchungen weist die Bundeshauptstadt einen Anteil von 21,6 Prozent Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt auf.

Insgesamt werde für Schwarzarbeit in Deutschland in diesem Jahr ein Betrag von 351 Milliarden Euro ausgegeben. Die Schattenwirtschaft hätte damit seit 1995 um 43 Prozent zugenommen. „Sie ist vielleicht der boomendste Wirtschaftszweig, den wir in Deutschland haben“, sagte Schneider am Mittwoch in Pforzheim.

Ostdeutschland im Mittelfeld

Maßgeblich für den Unterschied zwischen den einzelnen Bundesländern ist nach Angaben Schneiders das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach Schwarzarbeit. Baden-Württemberg weist nach seinen Untersuchungen einen Schwarzarbeitsanteil von 13,6 Prozent am BIP auf. Trotz vieler wohlhabender Privatleute, die als Auftraggeber für Schwarzarbeit in Frage kämen, verhindere die geringere Arbeitslosigkeit einen Anstieg der potenziellen Schwarzarbeiterzahl. Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils liegen die neuen Bundesländer laut Schneider lediglich im deutschen Mittelfeld.

Der Wirtschaftswissenschaftler machte für die boomende Schattenwirtschaft auch die Politik verantwortlich. Viele Bürger hätten ein feines Gespür dafür, dass bei regulärer Arbeit die Steuergerechtigkeit nicht gegeben sei, erklärte Schneider. Als Gegenmaßnahmen schlug er vor, Bauförderung gezielt vom offiziell gezahlten Arbeitslohn abhängig zu machen, Nebentätigkeiten mit einer niedrigen Pauschale zu besteuern und Arbeitslose über Kombilohn- Modelle in den regulären Arbeitsmarkt einzugliedern.

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