29.10.2009 · Obwohl die Aufträge fehlen, hält das Gros der Arbeitgeber derzeit noch an seinem Personal fest. Fachkräfte sind nur teuer wiederzubeschaffen. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele in der Lage sind, diesen Kurs noch eine Weile beizubehalten.
Von Sven AstheimerDer Oktober ist ein guter Monat am Arbeitsmarkt. Vor einem Jahr sank die Zahl der Erwerbslosen erstmals nach 16 Jahren wieder unter die Marke von drei Millionen, und diesmal beschert der goldene Herbst dem neuen Arbeitsminister Franz Josef Jung einen derart guten Amtsantritt, wie man ihn noch vor wenigen Monaten mitten in der tiefsten Rezession nicht für möglich gehalten hätte.
Für Arbeitnehmer mag die Tatsache erfreulich sein, dass die Wirtschaftskrise bislang relativ wenig Arbeitsplätze gekostet hat. Vor den Realitäten sollten sie dennoch die Augen nicht verschließen. Denn wie lange das für alle Beteiligten teure Instrument der Kurzarbeit noch trägt, vermag momentan niemand vorauszusagen. Tatsache ist aber, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt, und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Obwohl die Aufträge fehlen, hält das Gros der Arbeitgeber derzeit noch an seinem Personal fest; wohl auch, weil entlassene Fachkräfte im nächsten Aufschwung wohl nur teuer wiederzubeschaffen wären. Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele von ihnen in der Lage sind, diesen Kurs zu Lasten von Wettbewerbsfähigkeit und Kapitalreserven noch eine Weile beizubehalten.
Sven Astheimer Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.
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