04.02.2008 · Den deutschen Immobilienprofis fällt es schwer im internationalen Vergleich mitzuhalten. Auch, weil qualifiziertes Personal fehlt. Die Chancen für Asset-Manager stehen besonders gut, weil die Verzahnung von Immobilien- und Kapitalmarkt zunimmt.
Von Birgit OchsDie deutsche Immobilienbranche ist zunehmend gezwungen, sich auf die neuen Anforderungen des globalen Immobilienhandels einzustellen. Doch noch fällt es den Immobilienprofis hierzulande schwer, im internationalen Vergleich mitzuhalten, wie Thomas Flohr, geschäftsführender Gesellschafter der Bernd Heuer und Partner Human Resources GmbH, beobachtet hat. „Das Fachwissen kommt in Deutschland zurzeit noch nicht nach“, sagt der Spezialist für den Arbeitsmarkt der Immobilienwirtschaft.
Seitdem das Geschäft rund um Wohnhäuser, Einkaufstempel, Bürotürme und Lagerhallen zunehmend auch vom Kapitalmarkt mitbestimmt wird, sind verstärkt Asset-Manager gefragt. „Wir brauchen Fachleute, die die strategische Steuerung zwischen Immobilie und Kapitalmarkt beherrschen“, fordert Flohr. Ebenso gesucht seien Property-Manager, jene Experten, die sich um Verwaltung und Vermietung, also um die Bewirtschaftung der Bestände, kümmern.
Es herrscht Personalbedarf
Im Kreis der institutionellen Investoren seien zudem Profis gefragt, die nicht nur geschickte Zukäufe tätigen, sondern ebenso strategisch und damit langfristig angelegte Verkaufsstrategien entwickeln könnten. Auch auf dem Feld der Projektentwicklung herrscht Bedarf an kompetentem Personal - vor allem im Bestand. Die kaufmännische Beurteilung zählt zu den Kernkompetenzen, zudem müssen Risikoszenarien erstellt werden, Expertenwissen auf dem Gebiet der Baurechtschaffung bis hin zur Entwicklung von ganzen Quartieren ist gefragt. „Das spielt nicht zuletzt auch für die Wohnungswirtschaft eine entscheidende Rolle“, sagt Flohr.
Rund 450.000 Mitarbeiter sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in der Immobilienwirtschaft tätig; allein 380.000 davon im Grundstücks- und Wohnungswesen. In der Qualifikation sieht Personalstratege Flohr daher die Aufgabe der Zukunft, nicht nur bei der Aus-, sondern auch bei der Weiter- und Fortbildung.
Insgesamt gilt die Arbeitsmarktsituation in der Immobilienwirtschaft als gut, in der Branche herrscht Personalbedarf. Allerdings hat die Finanzkrise vor allem eine Beschäftigungsgruppe innerhalb der Branche getroffen: die Mitarbeiter im Verbriefungsgeschäft, das weitgehend zusammengebrochen ist, wie Flohr sagt.
Birgit Ochs Jahrgang 1966, Redakteurin für „Immobilien“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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