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Arbeitsmarkt „Deutschland fehlen die Ingenieure“

12.04.2005 ·  Der Verein Deutscher Ingenieure wirbt auf der Hannover Messe für technische Studiengänge: Schon jetzt stehe dem jährlichen Bedarf von etwa 50.000 Ingenieuren nur ein Angebot von 34.000 Hochschulabsolventen gegenüber.

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Die meisten entwickelten Länder generieren einen Teil ihres volkswirtschaftlichen Wachstums aus einem steigenden Anteil Hochqualifizierter an der Gesamtbevölkerung. "Deutschland dagegen hat in den letzten zehn Jahren nahezu keine Wachstumsbeiträge mehr aus der Verbesserung seines Humankapitals gezogen", zitierte Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (DIW) aus einer Studie der OECD. In Deutschland sorge lediglich die Erhöhung der Stundenproduktivität für nennenswerte Wachstumsbeiträge.

Dieser Befund steht im krassen Gegensatz zu den vielfachen Äußerungen, nach denen die Steigerung des Humankapitals für Deutschland im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen müsse. Während in den vergangenen Jahren andere Industrieländer den Anteil der Studenten der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Mathematik, bezogen auf die Zahl der Erwerbspersonen im Alter von 25 bis 34 Jahren, erhöht haben, ist er in Deutschland gleichgeblieben. In den Ingenieurwissenschaften ist die Zahl der Absolventen von 1998 bis 2002 sogar um 18 Prozent gesunken.

Der Bedarf an Ingenieuren übersteigt das Angebot

Inzwischen hat nach einer vom VDI Verein Deutscher Ingenieure vorgestellten Umfrage jedes vierte Technikunternehmen in Deutschland Probleme bei der Besetzung offener Ingenieurstellen. Auf jede fünfte offene Stelle gebe es gar keinen Bewerber, in den anderen Fällen fehle den Bewerbern die Branchenkenntnis (57 Prozent) oder sie forderten zu hohe Löhne (24 Prozent).

VDI-Direktor Willi Fuchs hält es für alarmierend, daß angesichts dieses Ingenieurmangels die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften im vergangenen Jahr wieder gesunken sei. Schon jetzt stehe dem jährlichen Bedarf von etwa 50.000 Ingenieuren nur ein Angebot von 34.000 Hochschulabsolventen gegenüber. Damit könnten gerade einmal jene Ingenieure ersetzt werden, die in Pension gehen. Die Umfrage unter 1.000 Technikunternehmen habe ergeben, daß 43 Prozent der Firmen in den kommenden 2 Jahren steigende Produktion und damit auch steigenden Bedarf an Ingenieuren erwarten. Besonders hoch sei der Bedarf in den Branchen Information & Kommunikation, Bio- und Medizintechnik, Chemie/Pharma, Fahrzeugbau sowie Maschinen- und Anlagenbau.

Quelle: geg., F.A.Z., 12.04.2005, Nr. 84 / Seite 19
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