08.10.2007 · Die deutsche Brauwirtschaft beschäftigt in Deutschland mehr als 30.000 Mitarbeiter. Deutschland hat weltweit die höchste Brauereidichte. Da Nachwuchs fehlt, soll die Ausbildung attraktiver gestaltet werden.
Die deutsche Brauwirtschaft beschäftigt in Deutschland mehr als 30.000 Mitarbeiter. In keinem anderen Land der Welt gibt es eine so hohe Brauereidichte. Aber auch die hohe Brauereidichte hat vor Konzentration und Effizienzsteigerung nicht geschützt. Die Branche hat in den vergangenen zehn Jahren 15.000 oder 30 Prozent ihrer Stellen abgebaut. Das hat die Attraktivität bei den Schulabgängern nicht gerade erhöht.
Vielfalt lässt sich aber nur erhalten, wenn immer wieder junge Generationen das alte Handwerk mit modernster Technik verbinden und dem Zeitgeist entsprechende Getränke auf den Markt bringen. Das setzt voraus, dass man neben dem überlieferten Handwerk modernste Steuerungstechnik beherrscht und auch in der Lage ist, auf Marktveränderungen zu reagieren.
Einsatzmöglichkeiten für junge Gesellen
Um genau das bei sinkenden Arbeitsplatzzahlen in Zukunft besser zu können, hat der Deutsche Brauer-Bund gemeinsam mit dem Deutschen Braumeister- und Malzmeister-Bund eine neue Ausbildungsverordnung angeregt, die erstmals für das gerade begonnene Lehrjahr 2007/08 in Kraft ist. Die neue Ausbildungsordnung sieht für die beiden Beruf des Brauers wie des Mälzers die gleichen Inhalte vor. Das traditionelle Handwerk des Brauers und Mälzers wird erweitert um das Herstellen von alkoholfreien Erfrischungsgetränken, um die Wartung, Steuerung und Regelung von Brauereianlagen sowie um die Bedienung von Schankanlagen.
Mit dieser Aufwertung des Berufs eröffneten sich für junge Gesellen Einsatzmöglichkeiten in allen Betriebsstrukturen von der kleinen Gaststättenbrauerei bis zum großen internationalen Brauereikonzern. „Mit dieser sehr viel größeren Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeit für unsere jungen Mitarbeiter wollen wir dem drohenden Fachkräftemangel in der Branche vorbeugen“, begründete Marc-Oliver Huhnholz, Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes, die neue Verordnung. Noch spüre die Branche keine Schwierigkeiten, ihre Stellen zu besetzen. Das mag auch mit dem tendenziell sinkenden Ausstoß und mit der Konzentration auf große Braustätten zusammenhängen.
Attraktivere Ausbildung
Tendenziell gebe es aber viele Belegschaften mit überdurchschnittlich hohem Alter. In den kommenden Jahren drohe daher die Gefahr, dass man die zahlreichen in Ruhestand gehenden Mitarbeiter nicht werde ersetzen können. Ein Mangel bei den studierten Kräften sei aber nicht absehbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen fehlten der Brauwirtschaft nicht die Ingenieure, versichert Huhnholz. Bei jungen Auszubildenden mache sich ein Mangel bemerkbar. Dem habe man entgegenwirken wollen, indem man die Ausbildung attraktiver gestalte.
Die Branche brauche Schulabgänger, die Interesse an Technik mitbringen. Mess- und Regeltechnik werde immer wichtiger. Fingerspitzengefühl für ein Getränk aus organischen Rohstoffen ist ebenso gefragt wie die Bereitschaft, den traditionellen Umgang mit Rohstoffen zu erlernen - und auch weiterzugeben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2481 | −0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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