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Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit kann weiter sinken

09.01.2001 ·  Jürgen Kromphardt, einer der so genannten Wirtschaftsweisen, glaubt, dass die Zahl der Arbeitslosen im kommenden Jahr weiter deutlich sinken könne.

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Die Arbeitslosigkeit in Deutschland kann nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Jürgen Kromphardt in den kommenden Jahren weiter deutlich sinken. „Ich sehe gute Chancen, dass die Arbeitslosenzahl bis zum Jahr 2006 auf die Hälfte zurückgeht“, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Erwerbslosen um durchschnittlich knapp 300.000 zurückgegangen, in diesem Jahr könne mit einer ähnlichen Entlastung gerechnet werden. „Unter günstigen Bedingungen können wir dieses Tempo fortsetzen, so dass wir 2006 zur übernächsten Bundestagswahl eine Halbierung der Arbeitslosenzahl erreichen“, sagte er.

Lockerung des Kündigungsschutzes

Um mehr Stellen in Deutschland zu schaffen, nannte Kromphardt neben einem stabilen Wirtschaftwachstum mehrere Ansatzpunkte: So müsse über Lockerungen des Kündigungsschutzes nachgedacht werden. Ohne dabei „bewährte soziale Standards“ aufzugeben, müsse dem Unternehmer mehr Spielraum gegeben werden, sich bei betriebsbedingten Kündigungen von den „weniger Leistungsbereiten“ trennen zu können. Das würde nach Ansicht Kromphardts die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen fördern.

Außerdem müssten die Unternehmen Überstunden reduzieren und mehr Leute einstellen; die Qualifikation der Arbeitnehmer und Arbeitslosen müsse verbessert werden. Kromphardt sprach sich zudem dafür aus, die Möglichkeiten des neuen Teilzeit-Gesetzes aktiv zu nutzen, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen.

Öffnungsklauseln und Zinssenkung

Zur behutsamen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes würden seiner Ansicht nach auch Öffnungsklauseln in Tarifverträgen beitragen, die in „Not- und Härtefällen“ zur Sicherung der Arbeitsplätze Abweichungen von den Tarifnormen nach unten erlaubten. Er knüpfte solche Klauseln aber ausdrücklich an die Zustimmung der Tarifparteien.

Schließlich sprach er sich dafür aus, die Reform der Mitbestimmung im Bündnis für Arbeit anzupacken. Er würde es zudem begrüßen, wenn die Europäische Zentralbank den Zinsschritten der US-Notenbank folgte. „Ich würde mir wünschen, dass die EZB den Leitzins zügig und in einem deutlichen Maß herabsetzt“, sagte er.

Quelle: @wiz, mit Material von AFP
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