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Arbeitslosenzahlen Keine echten Impulse am Arbeitsmarkt

08.06.2004 ·  Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai um 150.000 auf 4,293 Millionen gesunken. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit aber den fünften Monat in Folge. Inzwischen geht die BA davon aus, daß der Bund seinen Zuschuß erhöhen muß.

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai saisonbedingt um 150.000 auf 4,293 Millionen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 50.000 Arbeitslose weniger, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 10,3 Prozent, nach 10,7 Prozent im April und 10,4 Prozent vor einem Jahr.

„Das Wirtschaftswachstum ist nach wie vor zu schwach, um dem Arbeitsmarkt Impulse zu verleihen“, erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. So sei die Zahl der Erwerbstätigen weiter zurückgegangen.

Arbeitslosigkeit steigt fünften Monat in Folge

Saisonbereinigt und damit ohne den Effekt der Frühjahrsbelebung stieg die Arbeitslosigkeit erneut an, allerdings weniger stark als in den Monaten zuvor. Volkswirte hatten für Mai einen Anstieg um saisonbereinigt 19.000 prognostiziert. Für die saisonbereinigte Arbeitslosenquote waren die Ökonomen von einem unveränderten Stand gegenüber dem Vormonat ausgegangen.

Im April waren nach Angaben der BA 4.443.400 Menschen als arbeitslos registriert. Dies waren 104.100 weniger als im März und 53.300 weniger als im April 2003. Saisonbereinigt war die Arbeitslosigkeit im April um 23.000 auf 4,367 Millionen gestiegen.

Klammere man die statistischen Bereinigungen zu Jahresbeginn aus, dann habe es im Mai bereits zum fünften Mal in Folge einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, sagte Jörg Krämer, Volkswirt bei der Fondsgesellschaft Invesco. Damit habe sich eindeutig ein neuer Aufwärtstrend eingestellt, bis Jahresende dürfte sich die schlechte Lage am Arbeitsmarkt fortsetzen.

Bankenvolkswirte sehen keine positive Tendenz am Arbeitsmarkt

Auch nach Einschätzung von Ralph Solveen und Elisabeth Andreae von der Commerzbank bestätigen die Arbeitslosenzahlen, daß die konjunkturellen Auftriebskräfte noch nicht bis zum Arbeitsmarkt durchgedrungen sind.

Die sich seit Jahresbeginn abzeichnende Tendenz bei der Arbeitslosen- wie bei den Erwerbstätigenzahlen zeige auch im Mai in eine falsche Richtung, urteilen die Volkswirte. Angesichts der allmählich Konjunkturbelebung gehen die Commerzbank-Volkswirte aber weiterhin davon aus, daß sich die Lage am Arbeitsmarkt ab dem Sommer stabilisieren wird.

BA benötigt höheren Zuschuß vom Bund

Die BA schließt für dieses Jahr einen höheren Bundeszuschuß zu ihrem Haushalt nicht mehr aus. Nach dem jetzigen Planungsstand deute sich ein Zuschußbedarf von bis zu 5,8 Milliarden Euro an, sagte BA-Finanzvorstand Raimund Becker.

Gründe dafür seien unter anderem die überplanmäßig gestiegenen Ausgaben für Existenzgründer. Außerdem stelle der um 30 Prozent gestiegene Ölpreis mit den Konsequenzen für die Binnenkonjunktur ein Risiko für die BA-Finanzplanung dar.

Quelle: @nal mit Material von AFP, dpa, Dow Jones-VWD
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