14.02.2013 · Der Internetversandhändler wehrt sich nach der Ausstrahlung einer Fernsehreportage gegen den Vorwurf, ausländische Leiharbeiter zu drangsalieren. Amazon will prüfen. Einschüchterung und Diskriminierung dulde man nicht.
Von Carsten Knop und Martin GroppRichtlinien für Lesermeinungen
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Geiz ist geil nach diversen Kommentaren. Hauptsache die eigene Billigheimer-Kasse stimmt bei der
Bestellung im Online-Handel.
Je billiger + schneller, desto besser die Bestellung :
Um Neid beim Nachbar + im Freundeskreis zu erwecken, dass man up to
ware-date ist.
Daß die Billigheimer-Zeche die Schwächsten - heißt die
modernen Proletarier-SklavINNen -
"betriebswirtschaftlich" bezahlen müssen, wird als
Einzelschicksal abgetan.
Auf dem anderen Fernsehprogramm lief die Nummer der
Billigheimer-Urlaubs-Maschinerie
in der AllinclusiveTürkei ab.
Da werden über den Preis-Druck auf die
ZubringerDienstleistungsSubunternehmer
Busfahrer + sonstige Proletarier am untersten Ende der
BilligUrlaubFahnenstange
bis zur totalen Erschöpfung zum Billigstlohn auf dem Lock-Papier
abgeschöpft rund
um die TagNachtArbeitszeit-Uhr.
+ damit die örtlichen Infrastrukturen so platt gemacht zur
Urlaubsfreude der
deutschen BilligheimerUrlauber.
Daß letztendlich die in der Türkei arbeitslos Werdenden sich
an den Sozialhilfetropf
in die BRD absetzen müssen.
Neue Kunden für konkurrierende Online-Shops?
Interessant ist vor allen Dingen, wie Amazon auf die ARD-Dokumentation reagiert bzw. noch reagieren wird. Und wie lange die Empörung anhält und Online-Wettbewerber davon profitieren [Anmerkung der Redaktion: Links sind nicht zugelassen].
Leider ist nicht nachzuvollziehen, was für ein Sicherheitsdienst
von Amazon eingesetzt wurde. Aber es wird seine Gründe haben, warum
man sich zu einer martialisch auftretenden Sicherheitsfirma entschieden
hat. Diebstähle und Bandenbildung kann sich kein Unternehmen
erlauben. Der immer weiter um sich greifende Sozialneid und das
Verlottern christlich-konservativer Werte und Normen schürt aber
die Gefahr von Diebstählen bis hin zur Sabotage. Viele Unternehmen
fühlen sich hier nicht mehr vom Staat geschützt und greifen in
Notwehr zur Selbsthilfe.
Vorbeugende Notwehr?
Ich unterstelle Amazon keine Absicht bei diesem Mißgriff. Absicht
wird Amazon auch nicht nachzuweisen sein.
Die in der Niederlassung Koblenz arbeitenden Sicherheitsdienstleister,
wo ich arbeite, machen einfach ihren Job: Sie verhindern Diebstähle
durch ihre Präsenz. Martialisches Auftreten hat dort niemand nötig.
Ich nominiere ihren Beitrag aufgrund Ihrer Empfehlung, bei potentiell
sozialneidischen Belegschaften mit verlotterten christlich-konservativen
Werten "in Notwehr zur Selbsthilfe" zu greifen, für die
goldene Peitsche.
Amazon hat ein parasitäres Geschäftsmodell,
Es beruht auf Niedriglöhnen in Verpackung und Versand, die
denBeschäftigten gerade so das Überleben in prekären
Verhältnissen gestattet.
Es nutzt die Service- und Informationsstrukturen der Einzelhändler
ohne selbst dazu beizutragen.
Wer Amazon oder sonstige Internethändler nutzt, muß sich
über die Folgen seiner Kaufgewohnheiten im Klaren sein. Geiz ist
nicht geil, sondern geizig und wer so lange spart, daß er
notwendige Strukturen zerstört, ist auch noch dumm.
Bequem seine Sachen im Internet bestellen, über H4 Empfänger
lästern, den Niedergang gewachsener Kultur bedauern... Da ist nicht
nur die Politik gefragt, sondern jeder Einzelne.
Das deutsche Verständnis von der Arbeitswelt ist immer noch von bleiernem Sicherheitsdenken geprägt.
Das einzige, was nicht geht, ist ein rechtslastiger Sicherheitsdienst,
der über das Ziel hinausschießt. Ansonsten kann man Amazon
keine Vorwürfe machen.
Wenn ich jetzt bei Amazon etwas bestelle, habe ich es morgen oder
spätestens übermorgen. Reibungslos. Das macht kein deutsches
Unternehmen nach.
Ich habe mein Amazon-Kundenkonto gelöscht
Ich habe bislang viel bei Amazon eingekauft. Aber nach dieser Reportage habe ich mein Amazon-Konto löschen lassen. Nur wenn Amazon's Umsatz und Kundenzahl zurückgeht, wird deren Führung vielleicht mal anfangen, ein wenig über Ethik nachzudenken.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 12:16 UhrGäbe es doch nur mehr entschlossene und aufrichtige Demokraten...
... wie Sie, Herr P.
Die einzige "Sprache", die moderne Sklavenhalter verstehen,
ist die des Geldes.
Also nicht mehr bei Amazon einkaufen, auch wenn es noch so bequem ist.
Habe soeben meinen Account gelöscht.
Man sollte auch einmal andere Versandhäuser durchleuchten. Doch
eines steht fest:
Bei der Entwicklung des Internethandels haben viele deutsche Unternehmen
einfach geschlafen.
Gerade die großen Versandhäuser hätten in der
Vergangenheit weitaus geschickter agieren können.
Doch die Misere fing schon mit dilettantischen Webauftritten an und
hörte nicht bei den langen Lieferzeiten auf.
Es fehlte an Innovation, ähnlich wie es damals in der
Musikindustrie war, wo neue Namen mit pfiffigen Modellen die alten
Platzhirsche im Regen stehen ließen.
Man kann dem Mangement von Amazon nur sagen, ihr seid verantwortlich. Ihr habt die Auswahl in der Hand. Es gibt auch Zeitarbeitsfirmen, die seriös arbeiten. Unternehmertum hat etwas mit Verantwortung zutun. Der Service, der Bestellvorgang sind doch auch herausragend, also bitte auch bei den Arbeitnehmer und Leiharbeitern. Dort ist ein weitest Feld für Verbesserungen und die Kunden werden es begrüßen.
9,30 €/h ist doch nicht ganz so schlecht, es ist nicht viel aber
auch nicht schlecht. Ein großer Teil der Deutschen MUßTE
länger für deutlch weniger Arbeiten. Das ganze nannte sich
WehrPFLICHT! Zu den Gemeinschaftsunterkünften (bis zu 10 Leute auch
ca. 20 qm) gab es noch Gemeinschaftsduschen.
Weiter werden von der Industrie Horden von deutlich schlechter oder gar
nicht bezahlten Praktikanten beschäftigt.
Die Amazonleiharbeiter sollen nur eine Hochphase zur Weihnachtszeit
ausgleichen. Weiter ist nicht bekannt, daß
Amazon-Sklavenhändler durch Europa ziehen und nach Deutschland
verschleppen. Die Leute kommen aus verschiedenen europäischen
Nachbarländern FREIWILLIG hierher, um hier zu Arbeiten. Da sie zu
Hause gar keine Arbeit bekommen und sich auch nicht in die
H4-Hängematte legen können.
Was sollen diese Nazi-/KZ-Vergleiche???
In ein KZ wurden politisch oder rassisch nicht genehme Menschen
gesteckt, ausgebeutet und getötet. Bitte mal ein Geschichtsbuch zur
Hand nehmen! Die Leute arbeiten hier freiwillig, sie können
jederzeit kündigen und gehen.
Wenn Sie das gesetzeskonforme, aber moralisch sicher nicht einwandfreie,
Verhalten von Amazon stört, dann kaufen Sie da nicht ein. Aber die
Nazi-Vergleiche sind mal wieder unterste Schublade.
Bitte meinen Fehler zu entschuldigen,
dann ists rund ein Euro weniger, aber trotzdem noch nicht schlecht, da es sich hier um eine Arbeit handelt, die auch völlig ungelernte Arbeiter erledigen können und das auch nur saisonbedingt für einen kurzen Zeitraum. Vergleich Sie das bitte mit vielen Lehrberufen mit dauerhafter Anstellung hier in Deutschland (z.B. Verkäuferin, BTA, MTA, etc.).
Sie haben...
....leider den Bericht NICHT gesehen, sonst würden Sie nicht mit
falschen Zahlen jonglieren.
Zunächst bekommen die Arbeiter nicht 9,30€, sondern
8,36€. Weil amazon die Leute nach dem Anwerben über eine
Zeitarbeit anstellt, also nicht wie ursprünglich angegeben, direkt
beschäftigt. Die Verträge bekommen die Arbeiter erst wenn sie
schon hier sind, sozusagen eine "Friss oder stirb"-Situation.
Natürlich, wir können theoretisch ALLE für noch viel
weniger Arbeiten. Das geht eigentlich immer noch günstiger. Und
dazu können wir in noch kleineren Behausungen wohnen...etc. Die
Schraube nach unten lässt bestimmt noch was zu. Aber dann
müssen wir ernsthaft darüber nachdenken wie wir das nennen wollen.
Methode Thalia - nur eine Nummer größer
Wer genügend Kapital hat, kann Geschäftsmodelle verfolgen, die
prima Facie unsinnig sind, aber - solange Gewinn keine Rolle zu spielen
braucht - durchaus am Markt bestehen können.
Hat man dann die Wettbewerber, die solchen Unfug nicht finanzieren
können, plattgemacht, profitiert man von der zerstörten
Infrastruktur und paßt die Preise - und damit die Erträge -
entsprechend an. Nach oben.
Geht's schief, wie man bei Thalia beobachten konnte und kann, bleibt
halt verbrannte Erde, Kleinstädte ohne Buchhandlung.
Ein wenig irritiert bin ich schon, vor allem über die Pro-Amazon
Kommentare, aber auch über Verdi. Im ARD-Bericht klangen die
Aussagen des Verdi-Mitarbeiters anders als hier im Artikel. Auch die
Aussagen von Verdi, Amazon habe durchaus auf Beschwerden reagiert,
vertragen sich nicht mit der zuvor gemachten Aussage, dass die Menschen
im Umland von Hersfeld bei Amazon wegen schlechter Erfahrungen nicht
mehr arbeiten wollen.
Im November 2011 war Amazon bereits Gegenstand eines Berichtes im
Spiegel: „Gesetzeslücke: Amazon beschäftigt massenhaft
Arbeitslose ohne Vergütung.“ Verdi sagt, Amazon reagiere?
Richtig, dergestalt, dass man einen österreichischen Subunternehmer
engagiert, der die Schweinereien durchzieht und indem man
Ausländer in Bussen herankarrt. Das hat den Vorteil, dass der
Konzern nicht Schuld ist und auch nicht haftet. Man kennt das vor allem
von Großbaustellen, wo es meist eine mehrstufige Subkultur gibt
(Siehe Bundesrechnungshof, Drucksache 15/1495 vom September 2003).
Logistik, Lager und Versand gehören zu den besten der Welt
Der Umgang mit den Arbeitnehmern scheint so schrecklich zu sein, dass man Amazon an den EU-Grenzen abblocken müsste (Internet, Versand, etc)
Invasion der ausländischen Fachkräfte?
Jetzt holt AMAZON ausländische Fachkräfte nach Deutschland und
schon ist das auch wieder falsch?
Frau von der Leyen, watt nu??
Wie sich dieser Konzern aufführt!
Brutal Respektlos und an Dreistigkeit nicht zu überbieten! Was sagt
die FDP immer: '' IM NAMEN DER WIRTSCHAFT'' und ''FÜR DIE
WIRTSCHAFT''. Die Zustände vor allem im Niedriglohn-Sektor
verschlechtert immer weiter! Deutsche wollen auch teilweise in solchen
Unternehmen nicht mehr arbeiten, völlig legitim!
Wer schiebt diesen Konzern einen Riegel vor? Ist doch klar, dass Amazon
sich wehrt und die Vorwürfe bestreitet!
Wer die wahren Werte nicht einhalten kann, der soll gehen! Man muss
Firmen die Schranken weisen! Die ganze Liberalisierung und all der
Quatsch bringen NUR Probleme mit sich! Von Jahr zu Jahr werden es
mehr... Und es darf keine Ausrede sein, dass ANDERE genauso machen! Wir
müssen solch eine Art der Arbeitsbedingungen abschaffen!
Zeitarbeit im Niedriglohnsektor ist moderne Sklaverei und dem Ganzen
gehört ein Riegel vorgeschoben. Ich freue mich sehr über die
Reportage, bin aber skeptisch, ob sich da was ändern wird.
Natürlich ist das nicht nur Amazon, sondern bei sehr vielen
Unternehmen Gang & Gäbe. Tatsächlich müssten auch
eher die zwischengeschalteten, asozialen Leiharbeitsfirmen angegangen
werden, damit solche Praktiken gar nicht mehr möglich. Letzendlich
unterstützt aber Amazon/etc diese Praktiken aber und bedient sich
dieser, so dass auch sie die zu verantworten haben.
Es ist also völlig i.O. sich ein prominentes Beispiel mit Amazon
rauszupicken, um auf das allgemeine Problem der Leiharbeit im
Niedriglohnsektor hinzuweisen, dass dringend angegangen werden muss!
Verrennt euch nicht in Details gegen eine Firma oder deren
Sicherheitsdienst, sondern macht was gegen das große Problem, ihr Politiker!
Ich kenne einen Unternehmer aus der Umgebung eines Amazon-Zentrums. Das
weiß dort jeder, dass die Amazon-Leute die schlimmsten
Leute-Schinder seit Zusammenbruch der NS-Herrschaft sind. Ein normaler
Mittelständler versteht gar nicht, wie so was möglich sein kann.
Die Wanderarbeiter toppen das jetzt wohl nur.
Aber eins ist ja ganz klar: Der Weg dorthin wurde schon von der
Schröder-SPD-Regierung planiert. Niedrigslöhne, unsichere
Beschäftigungsverhältnisse, Flexibilität der Ärmsten
etc. alles genauso wie gewünscht und gewollt. Und wie zu erwarten,
gibt es jetzt Unternehmer die diese Gestaltungsräume kreativ ausschöpfen.
Und wer soll Schuld sein? Die Politiker? I wo - der Normalbürger
weil er dort ein Buch bestellt - armselig
Übertrieben
Ich finde es ja nicht völlig verkehrt, wenn dem ein und anderen Manager in den Chefetagen, den HR- oder PR-Abteilungen von Amazon jetzt mal der Hintern brummt. Aber die Co-Worker, Leads und Area-Manager, mit denen ich als einfacher Mitarbeiter Tag für Tag zu tun habe, machen einen guten Job auch für meinesgleichen und verhalten sich fair. Von denen hat keiner verdient, als Leute-Schinder bezeichnet oder in NS-Nähe gerückt zu werden.
Schlechter Journalismus zu einem kritischen Thema
Der Beitrag sagt, neben allerlei Stimmungsmache, im Wesentlichen:
1.) Das Leiharbeiterthema ist ein generelles Problem, bei fast allen
großen unternehmen. Hier gehören gesetzliche Regelungen getroffen.
2.) Diese Securityfirma ist sicher ein Fehlgriff, ist aber kein
systemischer Fehler.
Insgesamt kocht der Bericht das Thema Leiharbeit mal wieder auf und
Amazon muss in diesem Fall seinen Namen dafür hergeben. Wäre
das weniger reisserisch gemacht, hätte das der Glaubwürdigkeit
sicherlich gutgetan.
Wer hat das Arbeitslager denn geschaffen?
Rot-Grün wusste genau, was es tat. Und dafür muss auch nicht bei den Linken sein, um diesen Dingen ins Auge zu sehen. Es werden rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die ins Leere laufen. Das ist Absicht. Denn es schafft Anreize. Und das System baut auf Anreizen auf. So wurden als rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die Arbeitnehmer in eine soziale Lage pressten, aus der sie nicht mehr herauskamen. "Klebeeffekt" - so ein dummer Begriff kommt nur von Schreibtischtätern, die sich über die Betroffenen lustig machen. Und das in Deutschland ein derartiger Drang besteht, Menschen zu entrechten, das hat schon historische Ausmaße angenommen.
Zwei Seiten einer Medaille! Und immer sachlich bleiben.
Zum einen ist Amazon schon praktisch, denn gerade wenn man Fachliteratur
sucht, muss auch der Händler diese bestellen. Und Packstationen
sind da eine praktische Sache. Aber das sehr von den Steuern der
internat. Unternehmen da gezahlt werden, wo der Satz am geringsten ist
eine Schande. Gerade auch deshalb blühte ja Irland so auf, mit dem
Resultat das das restliche Europa sie nun finanzieren müssen.
Abgesehen davon, dass die westlichen Industrienationen zu gewaltigen
Umverteilungsmodellen verkommen sind. So sollten doch Steueroasen
entsprechend sanktioniert werden.
Und Wanderarbeit kennen wir schon seit 1989, nur nicht in so brutaler
Form wie in China. Oder wo arbeiten die Ostdeutschen, die Vietnamesen?
Oder nun jetzt die Polen? Das Thema durch hochpuschen in den Wahlkampf
einzubringen halte ich für keine gute Idee. Denn was wäre das
Resultat, eine Rot-Grüne Regierung, eben eine Regierung die
Volksvermögen durch Umverteilung aufbraucht. Wenn es schlimm kommt
gar Eurobonds.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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