http://www.faz.net/-gqe-75oij
 

Arbeitnehmer-Datenschutz : Kamera ja, Video nein

  • -Aktualisiert am

Wie intensiv dürfen Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer überwachen? Die Regierung bringt unerwartet ein Gesetz zum Datenschutz in Unternehmen auf die Zielgerade. Doch die Abwägung im Einzelfall bleibt schwierig.

          Nicht alles, was in den vergangenen Jahren als „Datenschutzskandal“ in der Arbeitswelt angeprangert wurde, war wirklich einer. Andere Affären waren schon nach geltendem Recht strafbar und endeten mit einer satten Verurteilung durch die Justiz.

          Wenigstens versucht die Koalition nun doch noch, mehr juristische Klarheit über den Einsatz von Videokameras, Privatdetektiven oder Ortungssystemen zu schaffen. Der Gewinn an Rechtssicherheit ist allerdings begrenzt: Die Abwägung im Einzelfall, ob eine Maßnahme „verhältnismäßig“ ist, bleibt schwierig.

          Zugleich steigt der bürokratische Aufwand für die Unternehmen immens. Wenigstens weiß man nun: Personaler dürfen sich Bewerber im Internet ansehen, sich aber nicht bei Facebook als „Freund“ ausgeben.

          Ein Lastwagenfahrer darf per Satellit geortet, aber nicht auf die Rastplatz-Toilette verfolgt werden. Und die heimliche Ausspähung per Videokamera ist verboten, der „Einsatz von Ferngläsern und Fotoapparaten“ dagegen erlaubt.

          Zu hoffen bleibt bei allem Persönlichkeitsschutz, dass die sonst immer unter dem Banner der Compliance geforderte Bekämpfung von Korruption und anderen Straftaten nicht auf der Strecke bleibt.

          Topmeldungen

          Asylstreit in der Union : Nach der Kernschmelze die Sintflut

          Für das politische Ende Angela Merkels ist jenen kein Preis mehr zu hoch, denen sie als der alleinschuldige Dämon scheint. Ein Auseinanderbrechen von CDU und CSU aber hätte Folgen für Deutschland und Europa, die man sich nicht ausmalen will – wenn man noch nicht von der Lust auf Zerfall und Zerstörung ergriffen wurde. Ein Kommentar.

          Horeni aus Russland : „Özil ist austauschbar geworden“

          F.A.Z.-Sportredakteur Michael Horeni kommentiert, was der verdiente Sieg der Deutschen über Schweden in letzter Minute bedeutet. Dabei bewertet er auch Löws Verzicht auf Özil – und die Folgen für die WM.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.