Home
http://www.faz.net/-gqe-768s5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Annäherung in Tarifkonflikt Streik bei Eon ausgesetzt

Atempause im Tarifkonflikt bei Eon: Es wird vorerst keinen Streik bei dem Energieriesen geben. Die Gewerkschaften wollen Mitte der Woche entscheiden, ob sie sich wieder an den Verhandlungstisch setzen. Einfach dürften die Gespräche nicht werden.

© dpa Vergrößern Eingang der Eon-Zentrale in Düsseldorf

Bei Deutschlands größtem Stromversorger Eon ist ein Streik zunächst abgewendet worden. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE teilten am Samstag mit, dass der für Montag angekündigte Ausstand vorerst bis zum 10. Februar ausgesetzt werde. Kommenden Mittwoch entscheide eine gemeinsame Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE in Hannover über eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen. „Ich sehe uns auf einem guten Weg und halte eine kurzfristige Einigung nunmehr für möglich“, erklärte Eon-Vorstand Regine Stachelhaus.

Am Freitagabend hatten sich die Tarifparteien auf Einladung von Eon an einem geheimen Ort getroffen. Dabei hätten beide Seiten eine „ergebnisorientierte Position“ erarbeitet, teilten die Gewerkschaften mit. Über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart.

Bei einem Streik wären vermutlich Eon-Kraftwerke lahmgelegt worden

Die Gewerkschaften fordern für rund 30.000 Beschäftigte bei Eon und den meisten Töchtern 6,5 Prozent mehr Geld. Der Konzern hatte zuletzt 1,7 Prozent geboten. Verdi und IG BCE verlangen auch eine Übernahme von Lehrlingen und eine Tarifbindung für ausgelagerte Sparten.

Die Verhandlungen waren Mitte Januar abgebrochen worden, nachdem es auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben hatte. In einer Urabstimmung hatten sich jeweils mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder unter den Eon-Beschäftigten für einen Streik ausgesprochen.

„Erfreulicherweise ist es gelungen, die Gespräche mit den Gewerkschaften fortzusetzen“, erklärte Stachelhaus. Sie begrüße es ausdrücklich, dass ein Streik zumindest vorerst verhindert worden sei, erklärte die Eon-Managerin.

Der Stromriese versorgt in Deutschland etwa sechs Millionen Kunden. Bei einem Streik wären vermutlich Eon-Kraftwerke von den Beschäftigten lahmgelegt worden. Ein bundesweit abgestufter Aktionsplan stand bereits. Für Eon hätte das Kosten in Millionenhöhe und Imageverlust am scharf umkämpften Strommarkt gebracht.

Das Unternehmen, das bundesweit 23 Kraftwerke betreibt, leidet unter den Lasten der Energiewende. 2011 hatte Eon erstmals Milliardenverluste erwirtschaftet, für 2013 rechnet der Vorstand annähernd mit einer Halbierung des Nettoüberschusses auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro (2012: 4,3 Milliarden), wie Konzernchef Johannes Teyssen kürzlich angekündigt hatte.

Die Gewerkschaftsseite verweist andererseits auf das Restrukturierungsprogramm Eon 2.0 mit dem Abbau von 6000 Jobs bis 2015, das von den Arbeitnehmervertretern mit Sozialplänen mitgetragen wurde. Nun müsse wenigstens ein anständiger Tarifabschluss her, hieß es.

Quelle: LNW

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Warnstreiks Tausende Metaller legen Arbeit nieder

Alleine in Baden-Württemberg sind rund 300 Betriebe von dem Ausstand betroffen. Fast gleichzeitig hat Verdi das Sicherheitspersonal an mehreren Flughäfen zu Streiks aufgerufen. Dutzende Flüge fallen aus. Mehr

29.01.2015, 02:48 Uhr | Wirtschaft
Streik bei Amazon

Vor dem Amazon-Verteilzentrum in Bad Hersfeld ging es laut zu: Es wurde gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi will mit einer neuen Streikwelle bei Amazon ihre Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und einem Tarifvertrag durchsetzen. Die Gewerkschaft rief die Beschäftigten in vier Verteilzentren zu einem zweitägigen Ausstand auf. Mehr

22.09.2014, 14:19 Uhr | Wirtschaft
Warnstreiks angedroht Gewerkschaft setzt der Bahn ein Ultimatum

Die Lokführerstreiks von Claus Weselskys GDL sind noch lebhaft in Erinnerung. Die Bahn muss aber noch mit einer anderen Gewerkschaft einen Tarifstreit beilegen - sonst kommt wohl der nächste Ausstand. Mehr

27.01.2015, 13:43 Uhr | Wirtschaft
Rekordausstand GDL kündigt mehr als vier Tage Streik an

Im Tarifkonflikt zwischen Bahnvorstand und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer stehen die Zeichen auf rot. Die GDL kündigte Streiks ab Mittwochnachmittag bis Montagfrüh an, im Personenverkehr ab Donnerstagfrüh. Mehr

04.11.2014, 16:14 Uhr | Wirtschaft
Tarifverhandlungen EVG droht mit Bahnstreiks

Für einige Wochen herrschte Ruhe im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn. Langsam aber verliert die Gewerkschaft EVG die Geduld: Sollten die Verhandlungen am Freitag scheitern, könnte es neue Streiks geben. Mehr

22.01.2015, 13:05 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.02.2013, 15:19 Uhr

Verfolgt im Internet

Von Martin Gropp

Die neuen Nutzungsbedingungen bescheren Facebook so manchen Abschied. Allerdings: Bei kostenfreien Diensten ist der Nutzer das Produkt. Aufgeklärte Netzbürger sollten das wissen. Mehr 10


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Das iPad macht halb so viel Umsatz wie Google

26,7 Milliarden Euro betrug der Umsatz mit Apples Tabletcomputer iPad. Damit setzt der Konzern allein mit einem Produkt mehr um, als viele Dax-Konzerne erwirtschaften. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden