Jetzt ist es raus: Die Europäische Zentralbank wird wohl schon bald wieder Anleihen von Krisenstaaten kaufen. Banken, Privatleute, Versicherungen und Pensionsfonds geben den Staaten kaum noch Kredit. Nun wird die Europäische Zentralbank wahrscheinlich abermals eingreifen. Doch auch das wird Europas Probleme nicht dauerhaft lösen.
Zweifellos stellt die EZB in Aussicht, ihren Kritikern entgegenzukommen: Sie wird die Staatsanleihen nur dann kaufen, wenn die Regierungen unter die Rettungsfonds EFSF oder ESM schlüpfen und deren Auflagen erfüllen. In diesem Fall kommen internationale Kontrolleure und prüfen hochoffiziell, ob die unterstützten Länder tatsächlich Reformen angehen und ihre Haushalte in Ordnung bringen.
Doch das macht die EZB-Entscheidung nicht besser. Den Staaten hilft die EZB kaum, weil sie die Anleihen ausschließlich am Sekundärmarkt kaufen will. Davon profitieren in erster Linie die vorherigen Besitzer der Staatsanleihen. Das ist nett für sie und mag ihnen Mut machen, neue Staatsanleihen von Wackelkandidaten zu kaufen.
Doch die EZB löst nicht das eigentliche Problem, das die Schuldenkrise ausgelöst hat: Hoch verschuldete Staaten mit defizitären Haushalten haben annähernd so wenig Zinsen gezahlt wie Staaten, die solide dastehen. Jetzt korrigieren die Investoren das. Derzeit platzt eine Blase in Staatsanleihen, die möglicherweise befördert war von einer großen Geldschwemme.
Die EZB tut alles dagegen, dass die Blase platzt
Die EZB allerdings tut alles dagegen, dass diese Blase platzt - und sie weitet die gefährliche Geldschwemme dabei wohl noch aus. Schließlich muss sie für die Ankäufe von Staatsanleihen neues Geld schaffen, und Draghi hält es für möglich, dass die Notenbank das Geld an anderer Stelle nicht wieder einsammelt.
Das mag kurzfristig etwas helfen. Gesund wird Europa davon aber nicht.
Insolvenzverschleppung
Markus Faßbender (MarkusFassbender)
- 03.08.2012, 17:25 Uhr
Richtige Einschätzung
Michael Peters (mactexter007)
- 03.08.2012, 12:43 Uhr
Kluge Einschätzung, hervorragend erläutert!
Klaus Michael Strauss (kmstFAZ)
- 03.08.2012, 08:55 Uhr
Kohl und Merkel
Martin Gutensohn (Gurnemanz)
- 02.08.2012, 22:27 Uhr
Guten Glueck...
Maurizio Livraghi (Pacher)
- 02.08.2012, 21:53 Uhr